Sonys Abschied von PlayStation-Discs: Shawn Layden kritisiert die Folgen für Käufer

Sonys Abschied von PlayStation-Discs: Shawn Layden kritisiert die Folgen für Käufer

Der ehemalige PlayStation-Manager Shawn Layden kritisiert Sonys Abschied von physischen Spielen. Sein wichtigster Einwand: Wer ein Spiel auf Disc kauft, kann sein Exemplar später weiterverkaufen. Bei einem digitalen Kauf besteht diese Möglichkeit nicht. Wenn Spiele künftig ausschließlich als Download erscheinen, stellt sich für Layden deshalb die Frage, was Kunden mit ihrem Kauf eigentlich noch besitzen.

Im Podcast Expansion Pass erläutert der frühere Leiter der Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios seine Bedenken. Anlass ist der von GamingBolt berichtete Plan, die Disc-Produktion für neue PlayStation-Titel ab Januar 2028 einzustellen.

Digitale Spiele lassen sich nicht wie Discs weiterverkaufen

Layden lehnt die Entscheidung ab. Ihn beschäftigt dabei vor allem, dass sich mit dem Vertriebsmodell auch die Möglichkeiten der Käufer verändern: Eine gekaufte Disc lässt sich weitergeben oder verkaufen. Wer ein Spiel dagegen digital kauft, erhält Zugang zum Spiel über das jeweilige Angebot, kann seinen Kauf aber nicht auf dieselbe Weise an jemand anderen weiterverkaufen.

Für Layden ist dieser Unterschied entscheidend. Wenn Käufer ihr Spiel nicht verkaufen können, hält er es für fraglich, ob man überhaupt noch von Besitz sprechen sollte. Aus seiner Sicht müsste die Branche dann deutlicher darüber sprechen, dass Kunden für den Zugang zu einem digitalen Spiel bezahlen.

Sony könnte besonders treue Kunden verärgern

Auch die Bedeutung physischer Spiele für Sammler darf nach Laydens Ansicht nicht unterschätzt werden. Menschen, die Spiele auf Disc kaufen, gehörten häufig zu den besonders treuen Fans. Manche würden sogar mehrere Exemplare eines Titels erwerben, um sie in ihrer Sammlung aufzubewahren.

 

Selbst wenn physische Ausgaben nur 20 Prozent der Verkäufe ausmachen würden, wäre das für ihn eine wichtige Käufergruppe. Diese Zahl verwendet Layden als Beispiel für seine Argumentation – nicht als bestätigte Angabe zum aktuellen Anteil der Disc-Verkäufe bei PlayStation.

Layden befürchtet einen Vertrauensverlust

Nach seiner Einschätzung könnte der Wechsel zu ausschließlich digitalen Spielen auch dem Ansehen von PlayStation schaden. Wenn sich Kunden fragen, was ihnen nach einem Kauf tatsächlich gehört, würden sie schnell darüber nachdenken, was im ungünstigsten Fall mit ihrem Zugang zu den Spielen passieren könnte.

Solche Sorgen könnten das Vertrauen in Sony schwächen. Layden betont allerdings, dass er die finanziellen Hintergründe der Entscheidung nicht kennt. Er kann deshalb nicht beurteilen, welche Einsparungen sich Sony davon verspricht und ob diese den möglichen Ärger der Kunden aufwiegen.

Nicht alle Spieler haben schnelles Internet

Bereits im Juli hatte Layden den geplanten Disc-Ausstieg kritisiert. Er vermutete damals, dass Sony vor allem Verkaufszahlen und Kosten gegeneinander abgewogen habe. Den wachsenden Anteil digitaler Verkäufe hat er selbst über viele Jahre miterlebt: Layden arbeitete seit 1987 für Sony und verließ das Unternehmen 2019.

Während seiner Zeit bei Sony sei er immer wieder gefragt worden, wann PlayStation-Konsolen auf ein Disc-Laufwerk verzichten könnten. Für ihn war dabei entscheidend, ob Spieler weltweit über ausreichend schnelle Internetverbindungen verfügen, um ihre Spiele herunterzuladen.

Als Beispiel nannte er Menschen auf Militärstützpunkten mit eingeschränktem Internetzugang. Für sie sei es wichtig gewesen, ein PS4-Spiel auf Disc kaufen, einlegen und spielen zu können. Layden warnt deshalb davor, beim vollständigen Umstieg auf Downloads diejenigen zurückzulassen, für die physische Spiele weiterhin einen praktischen Nutzen haben.

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