Razer Basilisk V4 Pro: Neue Gaming-Maus ermöglicht 180-Grad-Drehungen auf Knopfdruck
Razer hat mit der Basilisk V4 Pro eine neue High-End-Gaming-Maus vorgestellt, die nicht nur mit einem leistungsstarken Sensor und zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten überzeugen soll. Besonders eine Funktion dürfte unter PC-Spielern für Gesprächsstoff sorgen: Mit Perfect 180 lassen sich blitzschnelle Drehungen um 180 Grad ausführen, ohne dass dafür eine entsprechend große Mausbewegung notwendig ist.
Gerade in kompetitiven Shootern könnte diese Möglichkeit interessant werden. Denn normalerweise müssen Spieler mit niedriger Mausempfindlichkeit ihre Maus vergleichsweise weit bewegen, um sich schnell umzudrehen. Razers neue Funktion soll diesen Vorgang erheblich vereinfachen.
Perfect 180 – eine schnelle Drehung ohne große Mausbewegung
Wer regelmäßig Counter-Strike 2, Call of Duty oder andere schnelle Shooter spielt, kennt das Problem: Besonders niedrige Empfindlichkeitseinstellungen ermöglichen häufig eine sehr präzise Zielsteuerung, erschweren aber spontane Richtungswechsel.
Wird ein Spieler überraschend von hinten angegriffen, kann eine schnelle Drehung entscheidend sein. Bei niedriger Sensitivität ist dafür normalerweise eine größere Bewegung über das Mauspad notwendig.
Genau hier setzt Perfect 180 an. Die über Razer Synapse verfügbare Funktion ermöglicht eine unmittelbar ausgelöste 180-Grad-Drehung und soll Spielern helfen, schneller auf Bedrohungen aus unterschiedlichen Richtungen zu reagieren.
Damit bietet Razer eine technische Unterstützung, die über die gewöhnliche Erfassung von Mausbewegungen hinausgeht.
Ist eine solche Funktion in kompetitiven Shootern fair?
Die neue Möglichkeit wirft allerdings eine interessante Frage auf: Wo endet eine praktische Komfortfunktion und wo beginnt ein spielerischer Vorteil, der in kompetitiven Umgebungen problematisch werden könnte?
Schließlich gehört die Fähigkeit, den eigenen Charakter schnell und präzise zu drehen, in vielen Shootern zum erlernten Bewegungsspielraum eines Spielers.
Perfect 180 übernimmt zumindest einen Teil dieser Bewegung durch eine vorgegebene Funktion. Ob das in einem bestimmten Spiel oder Wettbewerb zulässig ist, hängt jedoch von dessen Regeln und der technischen Umsetzung ab.
Eine allgemeine Einstufung als unerlaubte Hilfe lässt sich daraus nicht ableiten. Auch gibt es bislang keine belastbare Grundlage für die Behauptung, dass die neue Razer-Funktion grundsätzlich von Anti-Cheat-Systemen blockiert wird.
Für die kompetitive Gaming-Szene könnte die Technologie dennoch eine spannende Diskussion über zusätzliche Eingabehilfen und faire Wettbewerbsbedingungen auslösen.
Razer setzt auf einen neuen Sensor mit bis zu 50.000 DPI
Abseits von Perfect 180 hat die Basilisk V4 Pro auch technisch einiges zu bieten.
Zum Einsatz kommt der neue Focus Pro 50K Optical Sensor Gen-3, der eine maximale Auflösung von 50.000 DPI unterstützt. Razer nennt außerdem eine Tracking-Geschwindigkeit von bis zu 930 IPS und eine Beschleunigung von 90 G.
Hinzu kommt eine Abfragerate von bis zu 8.000 Hz, die sowohl im kabelgebundenen als auch im kabellosen Betrieb über HyperSpeed Wireless Gen-2 erreicht werden kann.
Die sogenannte Frame-Sync-Technologie soll dabei helfen, die Sensorabtastung möglichst präzise mit der Datenübertragung abzustimmen, um Eingabeverzögerungen weiter zu reduzieren.
Mit Dynamic Sensitivity und Mouse Rotation stellt Razer zusätzliche Möglichkeiten bereit, das Verhalten der Maus an persönliche Vorlieben anzupassen.
14 anpassbare Bedienelemente und überarbeitetes Scrollrad
Auch bei der Bedienung wurde die Basilisk-Reihe weiterentwickelt.
Insgesamt stehen 14 anpassbare Bedienelemente zur Verfügung. Dazu gehören eine zusätzliche Seitentaste und eine neue Taste an der Kante der linken Haupttaste.
Über Razer Hypershift können einzelnen Tasten weitere Funktionen zugewiesen werden. Spieler erhalten dadurch zusätzliche Möglichkeiten, häufig benötigte Aktionen direkt über die Maus auszulösen.
Das HyperScroll Tilt Wheel Gen-2 bietet mehrere Betriebsarten. Neben einem klassischen Rastermodus stehen eine feinere Abstufung mit 48 Schritten und ein nahezu frei laufender Modus zur Verfügung.
Auch eine automatische Umschaltung abhängig vom Scrollverhalten ist möglich.
Bis zu 200 Stunden Akkulaufzeit und umfangreiche RGB-Beleuchtung
Für die Basilisk V4 Pro gibt Razer eine Akkulaufzeit von bis zu 200 Stunden im HyperSpeed-Wireless-Betrieb bei 1.000 Hz an. Über Bluetooth 6.2 sollen sogar bis zu 275 Stunden möglich sein.
Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen gehören optische Mausschalter der vierten Generation, die für bis zu 100 Millionen Betätigungen ausgelegt sind.
Die integrierte Chroma-RGB-Beleuchtung verteilt sich auf sieben Zonen und umfasst auch eine Beleuchtung an der Unterseite des Gehäuses.
Zusätzlich unterstützt die Maus unterschiedliche Verbindungsarten und die Nutzung mit mehreren Geräten.
Passend zur Vorstellung bietet Razer mit dem Mouse Dock V2 Pro außerdem eine neue Ladestation an, die magnetisches kabelloses Laden mit einem integrierten 8.000-Hz-Empfänger kombiniert.
Mehr Komfort oder zu viel Unterstützung?
Mit der Basilisk V4 Pro präsentiert Razer eine umfangreich ausgestattete Gaming-Maus, die sich sowohl an ambitionierte Spieler als auch an Nutzer richtet, die möglichst viele Funktionen direkt am Eingabegerät nutzen möchten.
Technisch dürften vor allem der neue Sensor, die hohe Abfragerate und die zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten interessant sein.
Der größte Diskussionspunkt könnte allerdings Perfect 180 werden. Denn die Funktion zeigt beispielhaft, wie stark moderne Gaming-Hardware inzwischen in die eigentliche Steuerung eingreifen kann.
Ob solche zusätzlichen Möglichkeiten künftig selbstverständlich werden oder in besonders wettbewerbsorientierten Spielen Einschränkungen erfahren, bleibt abzuwarten.
Quelle: Razer
