PS5 und Xbox brechen ein – Konsolenverkäufe in den USA erreichen historischen Tiefstand

PS5 und Xbox brechen ein – Konsolenverkäufe in den USA erreichen historischen Tiefstand

Der amerikanische Konsolenmarkt steckt in einer handfesten Krise. Obwohl 2026 zahlreiche große Spiele veröffentlicht wurden, greifen immer weniger Menschen zu einer neuen PlayStation oder Xbox. Besonders Microsoft muss einen heftigen Rückschlag verkraften. Doch auch Sony und Nintendo bleiben von der Entwicklung nicht verschont. Gleichzeitig erreichen die durchschnittlichen Hardwarepreise neue Höchststände. Wohin soll das noch führen?

Die neuesten Zahlen des Marktforschungsunternehmens Circana zeichnen ein ernüchterndes Bild. Im August 2026 wurden in den USA lediglich 559.000 neue Konsolen verkauft. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Rückgang von 15 Prozent. Damit verzeichnet die amerikanische Videospielbranche ihren schwächsten August seit 2013. Damals gingen sogar nur 423.000 Geräte über die Ladentheke.

Xbox verliert 31 Prozent – auch PlayStation deutlich im Minus

Besonders dramatisch fällt die Entwicklung bei Microsoft aus. Die Verkaufszahlen der Xbox Series X und Series S brachen im August gegenüber dem Vorjahr um satte 31 Prozent ein. Für Xbox ist das der schwächste August seit 2020, als die aktuelle Konsolengeneration noch gar nicht auf dem Markt war.

Aber auch Sony hat zunehmend Schwierigkeiten, neue Käufer für die PlayStation 5 zu gewinnen. Die verkauften Stückzahlen gingen im Jahresvergleich um 11 Prozent zurück. Damit erreichte PlayStation in einem August den niedrigsten Absatz seit 2013.

 

Nintendo steht ebenfalls unter Druck. Trotz der vergleichsweise jungen Switch 2 sank die Zahl der verkauften Nintendo-Konsolen gegenüber August 2025 um 15 Prozent.

Die Entwicklung der Hardwareverkäufe im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat im Überblick:

  • Xbox Series X/S: 31 Prozent weniger verkaufte Konsolen
  • PlayStation 5: 11 Prozent weniger verkaufte Konsolen
  • Nintendo-Hardware: 15 Prozent weniger verkaufte Konsolen
  • Gesamter Konsolenmarkt: 15 Prozent Rückgang auf 559.000 Geräte

Konsolen werden immer teurer – neuer Preisrekord

Ein wesentlicher Grund für die schwierige Marktsituation dürfte die Preisentwicklung sein. Während Konsolen früher im Laufe ihres Lebenszyklus häufig günstiger wurden, erleben Spieler inzwischen genau das Gegenteil. Teilweise müssen sie für mehrere Jahre alte Hardware heute mehr bezahlen als noch zum Verkaufsstart.

Wie stark sich die Preise verändert haben, zeigen die aktuellen Zahlen von Circana. Im August 2026 lag der durchschnittlich bezahlte Preis für neue Gaming-Hardware in den USA bei 541 US-Dollar. Im August 2025 waren es noch 476 US-Dollar. Damit wurde ein neuer August-Rekord aufgestellt.

Steigende Kosten für Arbeitsspeicher und andere Komponenten belasten die Hersteller zusätzlich. Bereits in seiner vorherigen Marktanalyse hatte Circana darauf hingewiesen, dass insbesondere die Speicherkrise und steigende Hardwarekosten erhebliche Auswirkungen auf die Verkäufe von PlayStation und Xbox haben. Auch die zunehmende Nachfrage nach Komponenten durch die KI-Industrie verschärft die Situation.

Das Ergebnis ist eine Entwicklung, die für Spieler wenig erfreulich ist: Neue Konsolen werden teurer, obwohl die aktuelle Generation schon seit mehreren Jahren erhältlich ist. Gerade für preisbewusste Käufer dürfte ein Umstieg deshalb immer weniger attraktiv werden.

Sony verdient trotz sinkender PS5-Verkäufe mehr Geld

Interessant wird es beim Blick auf die tatsächlichen Umsätze. Denn weniger verkaufte Konsolen bedeuten nicht zwangsläufig, dass die Hersteller auch weniger Geld einnehmen.

Obwohl Sony im August 11 Prozent weniger PlayStation-Hardware verkaufte, stieg der entsprechende Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent. Höhere durchschnittliche Verkaufspreise können also einen Rückgang bei den Stückzahlen zumindest finanziell ausgleichen.

Bei Microsoft und Nintendo sieht die Situation anders aus. Sowohl der Umsatz mit Xbox Series X/S als auch mit Nintendo Switch 2 sank im Jahresvergleich um jeweils 13 Prozent.

Insgesamt gaben amerikanische Verbraucher im August 302 Millionen US-Dollar für Gaming-Hardware aus. Das waren drei Prozent weniger als im August 2025.

Seit Jahresbeginn summieren sich die Hardwareausgaben in den USA auf 2,5 Milliarden US-Dollar. Damit liegt die Branche mittlerweile 11 Prozent hinter dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres zurück.

Nintendo Switch 2 bleibt trotzdem Marktführer

Ungeachtet der rückläufigen Zahlen konnte Nintendo seine Spitzenposition auf dem amerikanischen Konsolenmarkt behaupten.

Die Switch 2 war im August 2026 sowohl nach verkauften Einheiten als auch nach Umsatz die erfolgreichste Konsole in den USA. Auch über die ersten acht Monate des Jahres betrachtet liegt Nintendo in beiden Kategorien vorne.

Sony folgt mit der PlayStation 5 jeweils auf dem zweiten Platz. Die Xbox Series X/S kann derzeit nicht mit den beiden Konkurrenten mithalten.

 

Damit zeigt sich allerdings auch, dass selbst die Marktführer nicht automatisch von der aktuellen Entwicklung profitieren. Trotz ihrer Spitzenposition muss Nintendo im Jahresvergleich ebenfalls rückläufige Verkaufszahlen hinnehmen.

Kann GTA 6 den Konsolenmarkt wiederbeleben?

Die große Frage lautet nun, wie sich die Konsolenverkäufe in den kommenden Monaten entwickeln werden. Immerhin steht mit Grand Theft Auto VI einer der meist erwarteten Titel der vergangenen Jahre bevor.

Ein Spiel dieser Größenordnung könnte durchaus dafür sorgen, dass sich zahlreiche Spieler doch noch eine aktuelle Konsole anschaffen. Gerade Besitzer älterer Hardware könnten den Rockstar-Blockbuster zum Anlass nehmen, auf eine PlayStation 5 oder Xbox Series X/S umzusteigen.

Ob GTA 6 allerdings ausreicht, um den gesamten Hardwaremarkt wieder nachhaltig anzukurbeln, bleibt abzuwarten. Schließlich dürften auch weiterhin die hohen Anschaffungskosten eine wichtige Rolle spielen.

Fazit: Die aktuellen Verkaufszahlen sollten sowohl Sony als auch Microsoft zu denken geben. Besonders der massive Einbruch bei Xbox zeigt, wie schwierig die Situation inzwischen geworden ist. Gleichzeitig verdeutlichen die steigenden Durchschnittspreise, dass die Industrie trotz rückläufiger Stückzahlen immer stärker auf höhere Verkaufspreise setzt.

Für Spieler ist das keine erfreuliche Entwicklung. Denn wenn selbst mehrere Jahre alte Konsolen immer teurer werden, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie bezahlbar die nächste Konsolengeneration überhaupt noch sein wird.

Quelle: Circana / Mat Piscatella

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