Gerüchteküche: Microsoft könnte Xbox nach US-Wahlen verkaufen
Steht Microsoft vor einem möglichen Verkauf seiner Xbox-Sparte? Nach den US-Zwischenwahlen 2026 hält der bekannte Branchenanalyst Joost van Dreunen einen Xbox-Verkauf für wahrscheinlicher als bisher. Ausschlaggebend könnten die politischen Veränderungen in den USA und Microsofts umfangreiche Investitionen in künstliche Intelligenz sein.
US-Wahlen könnten Microsoft unter Druck setzen
In seinem Substack-Beitrag „The election that could break up Xbox“ beschäftigt sich Joost van Dreunen mit den möglichen Auswirkungen der amerikanischen Zwischenwahlen auf die Gaming-Industrie.
Die Demokraten haben bei den Wahlen die Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses gewonnen. Gleichzeitig wächst in zahlreichen amerikanischen Regionen der Widerstand gegen den Bau neuer KI-Rechenzentren.
Laut den vom Analysten angeführten Berichten beschäftigten sich Wähler in mehr als 40 Städten und Landkreisen mit Maßnahmen gegen den weiteren Ausbau solcher Anlagen. In mindestens zehn Fällen wurden Einschränkungen oder Verbote beschlossen.
Für Microsoft könnte diese Entwicklung problematisch werden. Der Konzern investiert enorme Summen in künstliche Intelligenz und die dafür erforderliche Infrastruktur. Zusätzliche politische Einschränkungen und wegfallende Steuervergünstigungen könnten diese Investitionen erschweren.
Xbox-Verkauf als mögliche strategische Entscheidung
Van Dreunen sieht deshalb die Möglichkeit, dass Microsoft seine geschäftlichen Prioritäten künftig stärker überdenken könnte. Dabei könnte auch die Xbox-Sparte zur Diskussion stehen.
Während Microsofts Cloud- und KI-Geschäft deutlich wächst, entwickelt sich das Gaming-Segment weiterhin schwächer. Im jüngsten Geschäftsquartal sank der Xbox-Umsatz um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz mit Xbox-Hardware ging sogar um 14 Prozent zurück.
Über die aktuellen Xbox-Umsatzzahlen und den Rückgang im Hardwaregeschäft hatten wir bereits ausführlich berichtet.
Nach Einschätzung des Analysten könnte ein Verkauf der Gaming-Sparte für Microsoft eine Möglichkeit darstellen, sich stärker auf andere Geschäftsbereiche zu konzentrieren.
Investoren sollen Xbox mit bis zu 150 Milliarden Dollar bewerten
Die Spekulationen über einen möglichen Xbox-Verkauf sind nicht neu. Bereits im Oktober berichtete das Wirtschaftsmagazin The Information, dass sich mehrere Private-Equity-Investoren mit einer möglichen Übernahme der Microsoft-Gaming-Sparte beschäftigt haben sollen.
Dabei stand eine mögliche Bewertung zwischen 100 und 150 Milliarden US-Dollar im Raum. Konkrete Verkaufsverhandlungen mit Microsoft wurden allerdings nicht bestätigt.
Van Dreunen verweist außerdem auf die neue Xbox-XP-Abteilung unter Xbox-Chefin Asha Sharma. Diese soll bekannte Spielemarken verstärkt für Film- und Fernsehproduktionen erschließen. Dadurch könnte Xbox auch für Investoren aus der Unterhaltungsbranche interessanter werden.
Microsoft dementiert Verkaufsgerüchte
Trotz der aktuellen Spekulationen gibt es bislang keine offizielle Ankündigung oder bestätigte Entscheidung über einen Xbox-Verkauf.
Microsoft hatte entsprechende Berichte bereits im Oktober ausdrücklich zurückgewiesen und erklärt, dass Xbox nicht zum Verkauf stehe.
Ob die politischen Veränderungen in den USA tatsächlich Auswirkungen auf die langfristige Zukunft der Gaming-Sparte haben werden, bleibt abzuwarten. Die Überlegungen von Joost van Dreunen sind derzeit eine wirtschaftliche Einschätzung und keine Bestätigung konkreter Verkaufspläne.
Quelle: Joost van Dreunen (Substack), The Information, Wccftech
