Call of Duty: Modern Warfare 4 – Activision entfernt umstrittene Szene nach Protesten
Activision reagiert auf heftige Kritik an Call of Duty: Modern Warfare 4. Der Publisher hat angekündigt, eine umstrittene Szene aus der Kampagne des Shooters zu entfernen. Hintergrund ist die Verwendung echter Nachrichtenaufnahmen einer Katastrophe in Südkorea, bei der 159 Menschen ums Leben kamen. Die Entfernung soll mit einem Update am 12. November 2026 erfolgen.
Echte Katastrophenbilder in der Kampagne verwendet
In der Eröffnungssequenz von Call of Duty: Modern Warfare 4 wird ein fiktiver militärischer Konflikt zwischen Nord- und Südkorea dargestellt. Um die Auswirkungen des Krieges zu verdeutlichen, werden verschiedene Nachrichtenaufnahmen eingeblendet.
Unter diesen Aufnahmen befinden sich etwa drei Sekunden authentisches Videomaterial der Itaewon-Katastrophe, die sich am 29. Oktober 2022 in Seoul ereignete.
Damals kam es während der Halloween-Feierlichkeiten in einer engen Straße des Stadtteils Itaewon zu einer tödlichen Massenpanik beziehungsweise Massengedränge. Insgesamt verloren 159 Menschen ihr Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.
Das in Modern Warfare 4 verwendete Material zeigt einen Rettungshelfer, der versucht, eine betroffene Person wiederzubeleben. Innerhalb des Spiels werden diese Bilder jedoch in einen vollständig fiktiven Kriegskontext eingebunden.
Angehörige fordern Entfernung der Aufnahmen
Nachdem Spieler die Herkunft der Aufnahmen erkannt hatten, wurde die Verwendung des Materials in Südkorea öffentlich kritisiert.
Insbesondere die Vereinigung der Hinterbliebenen der Itaewon-Katastrophe sowie die Korea Game Users Association forderten Activision auf, die entsprechenden Bilder vollständig aus dem Spiel zu entfernen.
Die Kritik richtete sich vor allem dagegen, dass Aufnahmen einer tatsächlichen Tragödie ohne erkennbaren Zusammenhang mit dem historischen Ereignis zur Inszenierung eines fiktiven Krieges eingesetzt wurden.
Activision entschuldigt sich und bestätigt Update
Am 30. Oktober 2026 reagierte Activision mit einer offiziellen Stellungnahme gegenüber südkoreanischen Medien.
Der Publisher erklärte, dass Call of Duty: Modern Warfare 4 als fiktives Werk entwickelt worden sei und die Verwendung authentischer Nachrichtenbilder keinesfalls dazu dienen sollte, die Itaewon-Katastrophe in Erinnerung zu rufen oder das Leid der Betroffenen herunterzuspielen.
Gleichzeitig entschuldigte sich Activision bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen, die durch die Verwendung des Materials verletzt wurden.
Entfernung für den 12. November geplant
Activision bestätigte außerdem, dass die betreffenden Aufnahmen mit einem für den 12. November 2026 geplanten Spielupdate vollständig entfernt werden sollen.
Ob das Videomaterial durch andere Aufnahmen ersetzt wird oder die entsprechende Sequenz lediglich gekürzt wird, ist bislang nicht bekannt.
Die Ankündigung betrifft das verwendete Archivmaterial. Eine grundlegende Überarbeitung der Kampagne wurde nicht angekündigt.
Nicht die erste Kontroverse um Call of Duty
Die Call-of-Duty-Reihe sorgt immer wieder für Diskussionen über die Darstellung militärischer Konflikte und die Verwendung realer historischer Ereignisse.
Der aktuelle Fall unterscheidet sich allerdings von rein fiktiven oder historisch inspirierten Spielszenen: Hier wurde tatsächlich aufgenommenes Material einer realen Katastrophe in einen anderen Zusammenhang gestellt.
Mit der angekündigten Entfernung reagiert Activision nun auf die öffentliche Kritik. Ob und wie die betreffende Sequenz anschließend verändert wird, dürfte spätestens mit der Veröffentlichung des Updates am 12. November feststehen.
Quelle: Activision
