Nach „langweilig“-Kritik an God of War: Laufey – Bruce Straley entschuldigt sich

Vor wenigen Tagen sorgte der ehemalige Naughty-Dog-Director Bruce Straley mit deutlicher Kritik an modernen AAA-Spielen für reichlich Gesprächsstoff. Als konkretes Beispiel nannte er ausgerechnet das kommende God of War: Laufey. Nun meldet sich Straley erneut zu Wort – und entschuldigt sich beim Entwicklerteam dafür, den Titel überhaupt in die Diskussion hineingezogen zu haben.

Wie wir bereits vor wenigen Tagen berichteten, hatte Straley die aktuelle AAA-Landschaft als zunehmend einfallslos kritisiert. Obwohl er die technische und visuelle Qualität von God of War: Laufey ausdrücklich lobte, erklärte der frühere Director von The Last of Us und Uncharted 4, dass ihn das bislang gezeigte Gameplay nicht sonderlich begeistere.

➡️ Unsere erste News zu Bruce Straleys Kritik an God of War: Laufey findest Du hier.

Bruce Straley entschuldigt sich beim Laufey-Team

Nachdem seine Aussagen in den vergangenen Tagen für zahlreiche Diskussionen gesorgt hatten, wandte sich Straley über X direkt an die Entwickler von God of War: Laufey. Dabei räumte er ein, dass es ein Fehler gewesen sei, das Spiel als konkretes Beispiel für seine grundsätzliche Kritik an der AAA-Branche zu verwenden.

Seine Absicht sei es gewesen, auf ein generelles Problem innerhalb der Spieleindustrie aufmerksam zu machen. Durch die direkte Erwähnung von God of War: Laufey habe er das Entwicklerteam jedoch unbeabsichtigt negativer Aufmerksamkeit ausgesetzt.

Straley stellt dabei klar, dass sich seine Kritik nicht gegen das Team von Santa Monica Studio richte. Vielmehr gehe es ihm um die Bedingungen, unter denen große AAA-Produktionen heutzutage entstehen.

„Spieler tun etwas – sie schauen nicht einfach nur zu“

In einem weiteren Beitrag erläutert Straley ausführlicher, warum Videospiele seiner Ansicht nach regelmäßig neue spielerische Erfahrungen bieten müssen. Anders als bei Filmen oder Serien würden Spieler nicht lediglich zuschauen, sondern aktiv handeln und mit einer Spielwelt interagieren.

Genau diese Besonderheit des Mediums mache Innovation seiner Meinung nach so wichtig. Entwickler müssten deshalb weiterhin neue Mechaniken, Ideen und Spielerfahrungen ausprobieren, anstatt sich über Jahre hinweg auf bereits etablierte Konzepte zu verlassen.

Als Beispiele für Spiele, die den modernen AAA-Markt entscheidend geprägt haben, nennt Straley unter anderem Half-Life 2, Gears of War, BioShock, Uncharted 2 und The Last of Us. Diese Titel hätten zu ihrer Zeit versucht, bekannte Grenzen zu verschieben und Spielern neue Erfahrungen zu bieten.

Straley kritisiert Jagd nach dem nächsten Fortnite

Seine grundsätzliche Kritik an der Spieleindustrie nimmt Straley trotz seiner Entschuldigung keineswegs zurück. Ein Teil des Problems liege seiner Ansicht nach vielmehr bei den großen Unternehmen und Plattformbetreibern, die eigentlich für finanzielle Stabilität sorgen sollten.

Insbesondere die jahrelange Jagd nach dem nächsten riesigen Games-as-a-Service-Erfolg sieht er kritisch. Der Versuch, Erfolge wie Overwatch, Fortnite oder Roblox zu reproduzieren, sei seiner Auffassung nach keine nachhaltige Strategie.

Straley sieht dabei vor allem die Führungsebenen der Unternehmen in der Verantwortung. Seiner Ansicht nach mangele es teilweise an klarer Richtung, Überzeugung und Führung durch diejenigen, die letztlich über die Finanzierung der Projekte entscheiden.

Unternehmen müssten ihre eigenen Marken besser verstehen und ihren kreativen Teams die Möglichkeit geben, neue Ideen umzusetzen. Genau daraus könnten seiner Ansicht nach wieder mutigere und innovativere Spiele entstehen.

God of War: Laufey war das falsche Beispiel

Am Ende seines ausführlichen Threads kommt Straley noch einmal auf God of War: Laufey zurück. Er habe viele Gedanken darüber, welche Probleme die aktuelle Spieleindustrie habe, welche langfristigen Schäden daraus entstehen könnten und wie sich diese möglicherweise lösen ließen.

Bei dem Versuch, eine ernsthafte Diskussion über diese Themen anzustoßen, habe er sich mit der konkreten Erwähnung von Laufey allerdings selbst keinen Gefallen getan. Genau das bezeichnet er rückblickend als seinen Fehler.

Kritik an AAA-Spielen bleibt bestehen

Damit rudert Bruce Straley bei seiner grundsätzlichen Einschätzung moderner AAA-Spiele also nicht zurück. Seine Entschuldigung bezieht sich vielmehr darauf, God of War: Laufey und dessen Entwicklerteam als konkretes Beispiel in die Debatte hineingezogen zu haben.

Schon in seinen ursprünglichen Aussagen hatte Straley die enorme technische und künstlerische Leistung hinter dem kommenden Spiel ausdrücklich gewürdigt. Gleichzeitig kritisierte er jedoch, dass ihn das bislang gezeigte Gameplay persönlich nicht begeistere und große Produktionen seiner Ansicht nach immer seltener Raum für wirklich neue spielerische Ideen böten.

Die Diskussion dürfte damit allerdings noch längst nicht beendet sein. Gerade angesichts immer höherer Entwicklungskosten und Entwicklungszeiten stellt sich zunehmend die Frage, wie viel Risiko große Publisher bei ihren wichtigsten Produktionen überhaupt noch eingehen können – und wie viel Innovation Spieler von modernen AAA-Titeln erwarten.

Wie siehst Du Straleys Kritik? Spielen große AAA-Produktionen heutzutage tatsächlich zu sehr auf Sicherheit oder bieten Titel wie God of War weiterhin genügend neue Ideen? Schreib uns Deine Meinung in die Kommentare.

Quelle: GamingBolt / Bruce Straley via X

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