Xbox Game Pass vor radikalem Umbau? Day-One-Spiele sollen 2027 verschwinden
Microsoft könnte für den Xbox Game Pass einen der bislang größten Umbauten des Abodienstes vorbereiten. Einem aktuellen Gerücht zufolge soll das bisherige Modell im Jahr 2027 grundlegend verändert werden. Neben einer neuen Aufteilung der Abonnements könnten ausgerechnet die beliebten Day-One-Veröffentlichungen aus dem regulären Game Pass verschwinden.
Doch damit nicht genug: Auch Xbox Cloud Gaming und der Online-Multiplayer auf Xbox-Konsolen könnten künftig nicht mehr automatisch Bestandteil des klassischen Game-Pass-Abonnements sein. Stattdessen sollen mehrere Funktionen separat angeboten werden.
Wichtig: Bei sämtlichen nachfolgenden Angaben handelt es sich derzeit um unbestätigte Informationen. Microsoft beziehungsweise Xbox haben die angeblichen Änderungen für 2027 bislang nicht offiziell angekündigt.
Xbox Game Pass soll 2027 nur noch zwei Hauptmodelle bieten
Den aktuellen Informationen zufolge könnte Microsoft die bisherige Struktur des Xbox Game Pass deutlich vereinfachen. Statt mehrerer unterschiedlicher Abostufen sollen künftig offenbar zwei zentrale Varianten angeboten werden: eine günstigere Version mit Werbung sowie ein teureres Abonnement ohne Werbeeinblendungen.
Für die werbefinanzierte Variante wird derzeit ein monatlicher Preis von 12,99 US-Dollar genannt. Wer den Game Pass ohne Werbung nutzen möchte, soll angeblich 19,99 US-Dollar pro Monat bezahlen. Für diese Variante steht außerdem ein möglicher Jahrespreis von 239,99 US-Dollar im Raum.
Keine neuen Xbox-Spiele mehr direkt zum Release?
Die vermutlich einschneidendste Änderung betrifft die Veröffentlichung neuer Spiele. Laut dem Gerücht sollen neue Titel künftig nicht mehr automatisch am ersten Verkaufstag im Xbox Game Pass erscheinen.
Gerade dieses Day-One-Versprechen entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Verkaufsargumente des Dienstes. Insbesondere Microsofts eigene First-Party-Spiele konnten je nach Abonnement unmittelbar zum Release ohne zusätzlichen Kauf gespielt werden.
Die angebliche Abschaffung der Day-One-Veröffentlichungen soll zwischen Februar und April 2027 erfolgen. Im Zusammenhang damit ist von einer Preissenkung um rund drei US-Dollar die Rede.
Xbox Cloud Gaming könnte zum kostenpflichtigen Zusatzpaket werden
Auch beim Cloud Gaming könnte Microsoft einen völlig neuen Weg einschlagen. Den bisher kursierenden Informationen zufolge soll Xbox Cloud Gaming künftig nicht mehr Bestandteil des normalen Game-Pass-Abonnements sein.
Stattdessen könnte Microsoft den Cloud-Dienst als separates Zusatzpaket verkaufen. Genannt wird derzeit ein Preis von 5,99 US-Dollar, der ein Kontingent von 25 Stunden Cloud-Spielzeit umfassen soll.
Damit würden Nutzer künftig selbst entscheiden können, ob sie Cloud Gaming überhaupt benötigen und entsprechend zusätzlich dafür bezahlen möchten.
Familienabo für zusätzliche 5,99 US-Dollar im Gespräch
Gleichzeitig könnte ein bereits mehrfach diskutiertes Feature zurückkehren: ein Familienmodell für den Xbox Game Pass.
Nach den aktuellen Gerüchten soll eine entsprechende Familienoption für zusätzliche 5,99 US-Dollar pro Monat angeboten werden. Dieser Betrag würde zusätzlich zu den eigentlichen Kosten des jeweiligen Game-Pass-Abonnements anfallen.
Ein Familienmodell war bereits früher bei Microsoft im Gespräch. Berichten zufolge wurde ein entsprechendes Konzept zwischenzeitlich jedoch wieder verworfen. Dabei sollen insbesondere Vorbehalte von Third-Party-Publishern eine Rolle gespielt haben. Electronic Arts soll dem damaligen Konzept besonders kritisch gegenübergestanden haben.
Online-Multiplayer könnte wieder separat bezahlt werden
Eine weitere große Änderung würde den Multiplayer auf Xbox-Konsolen betreffen. Microsoft könnte diesen künftig wieder stärker vom Game Pass trennen und damit ein Stück weit zu einem Modell zurückkehren, das an die früheren Zeiten von Xbox Live Gold erinnert.
Für den separaten Zugang zum Online-Multiplayer wird aktuell ein Preis von 10,99 US-Dollar pro Monat genannt.
Daneben soll möglicherweise eine weitere Kombination angeboten werden. Für angeblich 14,99 US-Dollar monatlich könnten Nutzer Zugriff auf die Game-Pass-Spielebibliothek inklusive Online-Multiplayer erhalten.
Umbau soll zwischen Februar und April 2027 erfolgen
Sollten die Informationen tatsächlich stimmen, müssen Xbox-Spieler nicht unmittelbar mit den Änderungen rechnen. Der komplette Umbau des Xbox Game Pass soll dem Gerücht zufolge in einem Zeitraum zwischen Februar und April 2027 umgesetzt werden.
Die derzeit diskutierte Struktur würde damit deutlich stärker auf einzelne, separat buchbare Leistungen setzen. Spielebibliothek, Online-Multiplayer, Cloud Gaming und möglicherweise Familienfunktionen könnten wesentlich unabhängiger voneinander angeboten werden.
Woher stammen die aktuellen Game-Pass-Informationen?
Ursprung der neuen Angaben ist der ResetEra-Nutzer Slayven, der sich wiederum auf eine nicht näher genannte Quelle beruft. Interessant ist dabei die bisherige Vorgeschichte: Slayven hatte bereits vor einer früheren offiziellen Ankündigung Informationen über Änderungen an der Game-Pass-Struktur veröffentlicht.
Auch der bekannte Insider Nate the Hate äußerte sich zur aktuellen Meldung. Er verwies darauf, dass Slayven bereits zuvor Informationen über eine Aufteilung des Game Pass beziehungsweise Änderungen der Abostufen weitergegeben hatte, bevor Microsoft diese offiziell bekannt machte. Nach Einschätzung des Insiders scheint die zugrundeliegende Quelle daher zumindest über Kenntnisse bestimmter interner Vorgänge zu verfügen.
Das bedeutet allerdings ausdrücklich nicht, dass die jetzt genannten Änderungen tatsächlich genauso umgesetzt werden. Selbst wenn die Informationen auf realen internen Planungen beruhen sollten, können sich Preise, Inhalte, Zeitpläne oder komplette Konzepte bis zu einer offiziellen Ankündigung noch verändern.
Game Pass steht bei Xbox offenbar zunehmend auf dem Prüfstand
Die neuen Gerüchte erscheinen in einer Phase, in der Microsoft seine Xbox-Sparte bereits umfangreich umgebaut hat. Im Zuge jüngerer Umstrukturierungen soll es unter anderem zu rund 1.600 Stellenstreichungen gekommen sein. Gleichzeitig wird immer wieder darüber diskutiert, welche Rolle der Xbox Game Pass langfristig innerhalb der Gaming-Strategie des Unternehmens spielen soll.
Bereits im Juli machten Berichte die Runde, wonach es selbst innerhalb der Führungsebene verschiedener Xbox-Entwicklerstudios deutliche Kritik am Game Pass geben soll. Bloomberg-Journalist Jason Schreier berichtete von Verantwortlichen innerhalb der Xbox-Studios, die das Geschäftsmodell äußerst kritisch sehen.
Demnach vertreten einige Führungskräfte offenbar die Ansicht, dass der Game Pass den wahrgenommenen Wert ihrer Spiele reduziert habe. Die Kritik soll sich dabei nicht ausschließlich auf Xbox-Titel beziehen, sondern generell auf mögliche Auswirkungen von Abomodellen auf den Wert von Videospielen.
Microsoft könnte seine Abhängigkeit vom Game Pass reduzieren
Weitere Berichte deuteten bereits zuvor darauf hin, dass Xbox seine starke Abhängigkeit vom Game Pass möglicherweise reduzieren möchte. Im Juni äußerte sich beispielsweise Shams Jorjani, CEO des Helldivers-2-Entwicklers Arrowhead Game Studios, zu Veränderungen rund um entsprechende Vereinbarungen.
Demnach soll Microsoft Deals mit Third-Party-Studios, durch die deren Spiele in den Game Pass aufgenommen werden, zumindest teilweise eingefroren beziehungsweise zurückgefahren haben.
Hinzu kommen frühere Berichte über Überlegungen zu einem flexibleren Game-Pass-System. Microsoft soll Möglichkeiten geprüft haben, Abonnenten ihre Leistungen stärker selbst zusammenstellen zu lassen. Ein solches „Pick your own Plan“-Prinzip würde grundsätzlich zu den jetzt aufgetauchten Gerüchten passen, nach denen Cloud Gaming, Multiplayer und andere Funktionen stärker voneinander getrennt werden könnten.
Noch ist beim Xbox Game Pass nichts offiziell
Sollte Microsoft tatsächlich auf Day-One-Veröffentlichungen im klassischen Game Pass verzichten, wäre dies eine grundlegende strategische Veränderung. Neue First-Party-Spiele direkt zum Erscheinungstag spielen zu können, gehörte schließlich über Jahre hinweg zu den wichtigsten Argumenten für Microsofts Abodienst.
Aktuell gilt jedoch weiterhin: Microsoft hat den angeblichen Game-Pass-Umbau für 2027 nicht bestätigt. Preise wie 12,99, 19,99 oder 10,99 US-Dollar sowie die möglichen Zusatzkosten für Cloud Gaming und Familienzugänge sind daher ebenso als Gerücht zu betrachten wie die angebliche Abschaffung der Day-One-Veröffentlichungen.
Ob Microsoft tatsächlich eine derart umfangreiche Neuausrichtung vorbereitet oder ob sich die internen Pläne bis 2027 noch einmal verändern, bleibt somit abzuwarten.
Quelle: Gamingbolt

