SCSKiller – Kostenloses Tool reduziert nervige Ruckler und steigert die FPS

SCSKiller – Kostenloses Tool reduziert nervige Ruckler und steigert die FPS

Selbst leistungsstarke Gaming-PCs mit aktuellen High-End-Grafikkarten sind nicht vor störenden Rucklern geschützt. Besonders die Shader-Kompilierung verursacht in vielen modernen Spielen unangenehme Unterbrechungen. Eine kostenlose Open-Source-Anwendung namens SCSKiller verspricht Abhilfe – und erste unabhängige Tests zeigen teilweise beeindruckende Verbesserungen.

Der YouTube-Hardwarekanal Hardware Unboxed hat die Software auf verschiedenen Spielen getestet. Besonders auffällig waren die Ergebnisse in Star Wars Jedi: Survivor, wo das Programm nicht nur störende Ruckler reduzierte, sondern auch die durchschnittliche Bildrate deutlich steigern konnte.

Bis zu 25 Prozent mehr Leistung mit einer RTX 5090

Für die Tests kam ein PC mit einer NVIDIA GeForce RTX 5090 und einem AMD Ryzen 7 9800X3D zum Einsatz.

In Star Wars Jedi: Survivor erreichte das Testsystem ohne die Optimierung durchschnittlich 97 FPS. Nach der Vorbereitung der Shader durch SCSKiller stieg die Bildrate auf 123 FPS. Das entspricht einer Verbesserung von rund 25 Prozent.

Getestet wurde in 4K-Auflösung mit dem Epic-Grafikpreset, aktiviertem Raytracing und DLSS im Performance-Modus.

Besonders bemerkenswert ist, dass die höhere Leistung nicht durch reduzierte Grafikdetails oder niedrigere Qualitätseinstellungen erzielt wurde. Stattdessen verhindert die Anwendung, dass bestimmte aufwendige Berechnungen erst während des Spielens durchgeführt werden müssen.

Warum kommt es überhaupt zu Shader-Rucklern?

Moderne Spiele verwenden Shader, um unter anderem Beleuchtung, Schatten, Materialien und zahlreiche andere grafische Effekte darzustellen.

Diese Shader müssen für die jeweilige Grafikkarte und den verwendeten Treiber aufbereitet werden. Geschieht das erst während einer laufenden Spielszene, können plötzlich einzelne Bilder ungewöhnlich lange zur Berechnung benötigen.

 

Das Ergebnis sind kurze, aber deutlich wahrnehmbare Ruckler. Diese treten selbst dann auf, wenn die durchschnittliche Bildrate eines Spiels eigentlich sehr hoch ist.

Gerade bei Titeln auf Basis moderner Grafikengines gehören solche Probleme seit Jahren zu den häufigsten Kritikpunkten der PC-Spieler.

So funktioniert SCSKiller

SCSKiller untersucht die vorhandenen Shader-Dateien eines Spiels und versucht, die benötigten Grafikpipelines bereits vor dem eigentlichen Spielstart zu erstellen.

Die vorbereiteten Daten werden anschließend im Shader-Cache des Grafikkartentreibers gespeichert. Beim Spielen können bereits vorhandene Shader dadurch schneller verwendet werden, ohne dass dieselben Berechnungen erneut mitten in einer Spielszene stattfinden müssen.

Für Spiele, bei denen nicht sämtliche Shader automatisch erkannt werden, bietet die Software außerdem eine Aufnahmefunktion. Damit können während einer Spielsitzung weitere benötigte Shader erfasst und anschließend vorbereitet werden.

Weitere Spiele profitieren ebenfalls

Auch in Tiny Tina’s Wonderlands zeigten sich erhebliche Verbesserungen. Während die durchschnittliche Bildrate bereits ohne das Tool hoch ausfiel, verursachten starke Schwankungen der minimalen FPS immer wieder sichtbare Ruckler.

Nach der Vorbereitung der Shader verbesserte sich insbesondere die Konstanz der Bildausgabe. Dadurch wirkte das Gameplay deutlich gleichmäßiger.

Weitere positive Ergebnisse wurden unter anderem bei Final Fantasy VII Rebirth beobachtet. Dort konnten störende Shader-Unterbrechungen in bestimmten Spielsituationen erheblich reduziert werden.

Allerdings reagiert nicht jedes Spiel gleichermaßen auf die Optimierung. In Tests mit Titeln wie Grounded 2 oder Silent Hill: Townfall fielen die Verbesserungen gering aus oder blieben teilweise vollständig aus.

Auch AMD-Grafikkarten werden unterstützt

Die Anwendung ist nicht ausschließlich für NVIDIA-Grafikkarten entwickelt worden. SCSKiller unterstützt auch Radeon-GPUs von AMD.

Aktuell umfasst die Unterstützung insbesondere DirectX-12-Spiele auf NVIDIA- und AMD-Grafikkarten. DirectX-11-Spiele werden ebenfalls unterstützt, allerdings derzeit nur mit NVIDIA-Hardware.

Zu beachten ist, dass AMD inzwischen selbst verstärkt auf Shader-Optimierungen im Grafikkartentreiber setzt. Dadurch können bestimmte Spiele auf Radeon-Hardware bereits ohne zusätzliche Software deutlich weniger anfällig für Shader-Ruckler sein.

Das Tool hat auch Nachteile

Die Vorbereitung umfangreicher Shader-Daten benötigt Zeit und zusätzlichen Speicherplatz. Abhängig vom Spiel können mehrere Gigabyte Cache-Daten entstehen. Auch die Auslastung des Arbeitsspeichers kann steigen.

Zudem beseitigt SCSKiller ausschließlich Probleme, die tatsächlich durch die Shader-Kompilierung verursacht werden. Ruckler durch das Nachladen von Spieldaten, eine überlastete CPU oder andere technische Ursachen lassen sich damit nicht grundsätzlich beheben.

Die Software befindet sich außerdem weiterhin in aktiver Entwicklung. Nutzer sollten deshalb ausschließlich die offiziellen Veröffentlichungen des Entwicklerprojekts verwenden. Die derzeit angebotenen Installationsdateien sind noch nicht vollständig codesigniert und können entsprechende Windows-Sicherheitswarnungen auslösen.

Fazit: Vielversprechende Hilfe gegen ein altes PC-Problem

SCSKiller zeigt eindrucksvoll, wie stark sich eine frühzeitige Shader-Kompilierung auf die wahrgenommene Spieleleistung auswirken kann.

Die Ergebnisse aus Star Wars Jedi: Survivor und Tiny Tina’s Wonderlands verdeutlichen, dass selbst leistungsfähige High-End-PCs von einer besseren Vorbereitung der Grafikdaten profitieren können.

Eine universelle Lösung für sämtliche Performanceprobleme ist das kostenlose Tool zwar nicht. Für PC-Spieler, die regelmäßig mit Shader-Rucklern kämpfen, könnte SCSKiller dennoch zu einer interessanten Ergänzung ihrer Gaming-Software werden.

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