Modern Warfare 4 kehrt zu den Wurzeln zurück – Infinity Ward setzt auf realistischere Kämpfe

Mit Call of Duty: Modern Warfare 4 möchte Infinity Ward offenbar wieder stärker zu den ursprünglichen Stärken der Reihe zurückkehren. Statt übermäßig futuristischer Bewegungen oder permanenten Spezialkräfte-Einsätzen sollen ein bodenständigeres Kriegsszenario, klassische Soldaten und ein glaubwürdigeres Waffenhandling im Mittelpunkt stehen.

In einem aktuellen Interview hat Multiplayer Technical Designer Jack Hoppus ausführlicher erklärt, welche Philosophie hinter dem neuen Modern Warfare steckt. Dabei geht es nicht nur um die Kampagne, sondern auch um Movement, Waffenphysik und Änderungen am Gunsmith-System.

Modern Warfare 4 soll wieder deutlich bodenständiger werden

Obwohl Modern Warfare 4 durch den Neustart der Reihe im Jahr 2019 namentlich erst der vierte Teil der neuen Modern-Warfare-Serie ist, handelt es sich insgesamt bereits um das siebte Spiel mit dem Modern-Warfare-Namen.

Infinity Ward möchte sich bei der grundlegenden Ausrichtung offenbar wieder stärker an dem orientieren, wofür die Reihe ursprünglich bekannt geworden ist. Der neue Ableger soll düster, glaubwürdig und nah an realistischen militärischen Konflikten wirken, ohne dabei eine direkte Abbildung tatsächlicher Ereignisse zu sein.

Das zentrale Ziel der Entwickler sei ein klassischer Boots-on-the-Ground-Ansatz. Statt das Gameplay immer weiter in Richtung spektakulärer Spezialkräfte-Einsätze zu verschieben, soll Modern Warfare 4 stärker das Gefühl eines konventionellen militärischen Konflikts vermitteln.

Kampagne zeigt wieder den Krieg aus Sicht gewöhnlicher Soldaten

Auch die Kampagne soll diesen Ansatz widerspiegeln. Während sich die jüngeren Modern-Warfare-Spiele häufig auf hoch spezialisierte Einheiten und verdeckte Operationen konzentrierten, rücken diesmal wieder reguläre Soldaten stärker in den Mittelpunkt.

Laut Infinity Ward möchte das Studio zeigen, wie eine Gruppe vergleichsweise gewöhnlicher Soldaten versucht, innerhalb eines großen militärischen Konflikts zu überleben und ihre Aufgaben zu erfüllen.

Der bereits veröffentlichte Kampagnen-Trailer zeigt dabei unter anderem eine Invasion Nordkoreas auf der koreanischen Halbinsel. Große Bodenoffensiven und umfangreiche militärische Operationen erinnern damit stärker an die ursprüngliche Modern-Warfare-Trilogie, in der ganze Metropolen und Regionen zu Kriegsschauplätzen wurden.

Infinity Ward sieht diese Perspektive als wichtigen Unterschied zu den vergangenen Jahren. Die Entwickler wollen wieder stärker vermitteln, wie sich ein groß angelegter Krieg aus der Sicht einzelner Soldaten anfühlt.

Neues Movement soll flüssig und gleichzeitig glaubwürdig wirken

Diese Philosophie betrifft allerdings nicht nur die Kampagne. Auch beim eigentlichen Gameplay arbeitet Infinity Ward an einer Kombination aus bodennaher Bewegung und hoher Reaktionsgeschwindigkeit.

Das Studio möchte dabei zwei unterschiedliche Spielertypen berücksichtigen. Aggressive Spieler sollen weiterhin schnell durch die Maps bewegen, sliden und Gegner direkt unter Druck setzen können. Gleichzeitig soll auch eine langsamere und taktischere Spielweise funktionieren.

Wer bewusst Ecken kontrolliert, Positionen hält und seine Feuergefechte sorgfältig auswählt, soll dadurch ebenso erfolgreich sein können wie Spieler mit besonders schnellen Reflexen und sehr guten mechanischen Fähigkeiten.

Infinity Ward versucht somit, Geschwindigkeit und taktisches Vorgehen miteinander zu verbinden, anstatt einen der beiden Spielstile deutlich zu bevorzugen.

Waffen sollen sich endlich wieder kraftvoll anfühlen

Besonders viel Arbeit investiert Infinity Ward offenbar in das Waffenhandling. Die Entwickler möchten verhindern, dass sich Sturmgewehre, Maschinenpistolen oder Scharfschützengewehre leicht oder künstlich anfühlen.

Waffen sollen stattdessen deutlich mehr Gewicht und Kraft vermitteln, ohne den Spieler dabei unnötig langsam oder unbeweglich zu machen.

Ein Teil dieser Verbesserung entsteht durch neue Animationen. Nähert sich der Spieler beispielsweise einer Wand, verändert die Spielfigur automatisch die Haltung der Waffe und zieht sie näher an den Körper. Beim Durchqueren von Türen oder engen Bereichen passen sich Arme und Waffe ebenfalls dynamisch an die Umgebung an.

Dadurch sollen Bewegungen natürlicher wirken und gleichzeitig das Gefühl entstehen, tatsächlich eine schwere militärische Waffe zu führen.

Marksman Rifles sollen besonders überzeugen

Auch Fans von halbautomatischen Präzisionsgewehren dürfen offenbar gespannt sein. Jack Hoppus bezeichnete sich selbst als Fan von Marksman Rifles und deutete an, dass sich diese Waffenklasse in Modern Warfare 4 besonders gut spielen soll.

Nach seiner Einschätzung würden sich die entsprechenden Waffen sogar besser anfühlen als in bisherigen Call-of-Duty-Ablegern.

Infinity Ward will Fehler aus Modern Warfare 2 verbessern

Interessant ist außerdem, wie Infinity Ward grundsätzlich an die Entwicklung eines neuen Call of Duty herangeht. Laut Hoppus beschäftigt sich das Studio unter anderem intensiv damit, welche Ideen beim vorherigen Spiel nicht umgesetzt werden konnten oder welche Systeme rückblickend nicht optimal funktionierten.

 

Bei Modern Warfare 4 habe man sich dabei insbesondere mit Modern Warfare 2 beschäftigt. Gerade die Verbesserungen beim Movement seien aus Bereichen entstanden, bei denen Infinity Ward im vorherigen Spiel noch nicht das gewünschte Ergebnis erreicht hatte.

Auch Gunsmith und Waffenplattformen werden vereinfacht

Darüber hinaus soll Infinity Ward einige der komplexeren Systeme aus den vorherigen Spielen entschlacken.

Die teilweise komplizierte Struktur der Waffenplattformen und des Gunsmith-Systems wird überarbeitet. Ziel ist ein übersichtlicheres System, bei dem sich unter anderem Aufsätze leichter zwischen verschiedenen Waffen verwenden lassen.

Infinity Ward möchte sich also nicht ausschließlich an älteren Modern-Warfare-Spielen orientieren. Das Studio greift zwar bewährte Elemente der Serie auf, versucht gleichzeitig aber auch, Systeme weiterzuentwickeln oder zu vereinfachen, die in den vergangenen Ablegern unnötig kompliziert geworden waren.

Modern Warfare 4 setzt klar auf eine Rückkehr zu alten Stärken

Die bisherigen Aussagen zeichnen damit ein ziemlich klares Bild: Modern Warfare 4 soll sich wieder stärker wie ein klassisches Modern Warfare anfühlen.

Groß angelegte militärische Konflikte, reguläre Soldaten an der Front, ein glaubwürdigeres Waffenhandling und ein Movement-System, das sowohl aggressive als auch taktische Spieler unterstützt, bilden offenbar die Grundlage des neuen Ablegers.

Gleichzeitig will Infinity Ward einige der komplizierteren Mechaniken der jüngeren Vergangenheit vereinfachen. Vor allem das überarbeitete Movement und die stärkere physische Wirkung der Waffen könnten dabei einen spürbaren Einfluss auf das Spielgefühl haben.

Was haltet ihr von dieser Richtung? Sollte sich Call of Duty wieder stärker auf klassische Boots-on-the-Ground-Gefechte konzentrieren?

Werbung

Bleib auf dem Laufenden

Noch mehr News

Leave a reply

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein