Die nächste Konsolengeneration könnte einen weiteren wichtigen Entwicklungsschritt erreicht haben. Laut neuen Informationen des bekannten Hardware-Insiders KeplerL2 sollen sowohl der Chip für Sonys PlayStation 6 als auch der Prozessor für Microsofts Project Helix inzwischen den sogenannten Tape-out erreicht haben. Damit könnte ein Marktstart gegen Ende 2027 weiterhin im Bereich des Möglichen liegen.
Gleichzeitig nennt der Insider weitere mögliche Leistungsdaten der beiden kommenden Systeme. Offiziell bestätigt sind diese Angaben allerdings nicht, weshalb sie vorerst mit entsprechender Vorsicht betrachtet werden sollten.
PS6 und Project Helix sollen Tape-out erreicht haben
Nach Angaben von KeplerL2 sind die finalen Layouts der Chips für die PlayStation 6 und Project Helix mittlerweile fertiggestellt. In der Halbleiterindustrie wird dieser Schritt als „Tape-out“ bezeichnet.
Das bedeutet allerdings nicht, dass bereits fertige Chips in großen Stückzahlen produziert werden. Vielmehr wurde das eigentliche Chipdesign abgeschlossen und die entsprechenden Daten können an die Halbleiterfertigung übergeben werden. Dort beginnt anschließend die Herstellung erster physischer Chips beziehungsweise Test-Silizium.
Der Begriff stammt noch aus den frühen Jahren der Computerindustrie. In den 1970er-Jahren wurden entsprechende Chipdesigns tatsächlich auf Magnetbändern gespeichert und zur Fertigung geschickt. Obwohl dieser Prozess heute vollständig digital abläuft, hat sich die Bezeichnung Tape-out bis heute gehalten.
40 TFLOPS für die PS6 und 56 TFLOPS für Project Helix?
KeplerL2 nennt gleichzeitig erste konkrete Werte für die theoretische Rechenleistung der beiden Systeme. Demnach soll die PlayStation 6 eine Leistung von rund 40 TFLOPS erreichen, während für Microsofts Project Helix etwa 56 TFLOPS genannt werden.
Damit würde Microsofts kommende Hardware auf dem Papier eine höhere theoretische Rechenleistung besitzen. Ein direkter Vergleich anhand der TFLOPS-Zahl allein liefert allerdings kein vollständiges Bild über die tatsächliche Spieleleistung.
Auch KeplerL2 weist darauf hin, dass ein Vergleich unterschiedlicher GPU-Generationen ausschließlich anhand ihrer TFLOPS problematisch ist. Architektur, Speicheranbindung, Raytracing-Hardware, KI-Beschleunigung, Effizienz und weitere spezialisierte Komponenten spielen bei modernen Grafikchips eine zunehmend wichtige Rolle.
PS6 soll beim Raytracing deutlich zulegen
Bei der PlayStation 6 soll insbesondere die Leistung moderner Rendering-Technologien deutlich steigen. Den aktuellen Angaben zufolge könnte die reine Rechenleistung gegenüber der PlayStation 5 ungefähr verdoppelt werden.
Bei Raytracing soll der Generationssprung jedoch wesentlich größer ausfallen. Hier ist von einer bis zu zwölffach höheren Leistung gegenüber der ursprünglichen PlayStation 5 die Rede.
Noch deutlicher könnte der Unterschied bei KI-Berechnungen ausfallen. Die entsprechenden Compute-Fähigkeiten sollen angeblich zwischen 50- und 70-mal leistungsfähiger sein als bei der PS5.
Gerade diese Werte zeigen, warum klassische TFLOPS-Vergleiche zwischen den Generationen immer weniger aussagekräftig werden. Technologien für KI-Upscaling, Raytracing und andere spezialisierte Berechnungen könnten bei den kommenden Konsolen einen wesentlich größeren Anteil an der wahrgenommenen Grafikqualität haben.
Ein Release Ende 2027 bleibt weiterhin ein Gerücht
Der angeblich erfolgte Tape-out könnte darauf hindeuten, dass sich sowohl Sony als auch Microsoft weiterhin innerhalb ihrer ursprünglichen Entwicklungspläne befinden. Seit längerer Zeit kursieren Berichte, nach denen die neue Konsolengeneration gegen Ende 2027 starten könnte.
KeplerL2 hatte zuvor bereits darauf verwiesen, dass AMD mit der Validierung entsprechender Hardware begonnen haben soll. Aus Sicht des Insiders wäre dieser Aufwand nur schwer nachvollziehbar, wenn eine deutliche Verschiebung der neuen Konsolen bereits feststehen würde.
Eine offizielle Bestätigung für einen Verkaufsstart der PlayStation 6 im Jahr 2027 gibt es allerdings weiterhin nicht.
Sony hält sich beim PS6-Termin weiterhin bedeckt
Sony selbst hatte zuletzt sogar deutlich gemacht, dass der genaue Veröffentlichungszeitraum der nächsten PlayStation noch nicht endgültig festgelegt wurde.
Sony-CEO Hiroki Totoki verwies dabei unter anderem auf die schwierige Situation am Hardwaremarkt. Insbesondere hohe beziehungsweise schwer kalkulierbare Speicherpreise und weltweite Engpässe bei bestimmten Komponenten könnten die Planung neuer Hardware beeinflussen.
Das steht zumindest teilweise im Gegensatz zu den aktuellen Insiderinformationen, nach denen die Entwicklung weiterhin auf einen möglichen Release gegen Ende 2027 ausgerichtet sein könnte.
Microsoft arbeitet offiziell bereits an Project Helix
Bei Microsoft ist die Situation etwas konkreter. Project Helix wurde bereits offiziell als nächste Xbox-Generation angekündigt und entsteht in Zusammenarbeit mit AMD.
Microsoft bestätigte zudem, dass die neue Hardware sowohl Xbox-Konsolenspiele als auch PC-Spiele unterstützen soll. Project Helix setzt auf einen speziell entwickelten AMD-SoC und soll unter anderem für zukünftige Versionen von DirectX und AMDs FSR-Technologie optimiert werden.
Xbox kündigte außerdem einen deutlichen Sprung bei Raytracing sowie eine stärkere Integration intelligenter Berechnungen direkt in die Grafik- und Compute-Pipeline an.
Erste Alpha-Versionen der neuen Xbox-Hardware sollen laut Microsoft ab 2027 an Entwickler ausgeliefert werden.
Project Helix soll mehr als nur eine Konsole umfassen
Hinzu kommt, dass Microsoft offenbar nicht lediglich ein einzelnes Gerät plant. Xbox-Chefin Asha Sharma bezeichnete Project Helix zuletzt ausdrücklich als eine kommende „Familie von Geräten“.
Welche unterschiedlichen Modelle Microsoft damit konkret meint, wurde bislang nicht verraten. Das Unternehmen hat weder verschiedene Leistungsstufen noch Preise oder konkrete Hardwarevarianten offiziell angekündigt.
Fest steht bislang lediglich, dass Microsoft bei seiner nächsten Generation hohe Leistung mit einer stärkeren Verbindung von klassischem Xbox- und PC-Gaming kombinieren möchte. Gleichzeitig spielt angesichts steigender Hardwarekosten auch die Bezahlbarkeit zukünftiger Geräte eine wichtige Rolle.
PS6 gegen Project Helix könnte technisch spannend werden
Sollten die neuen Informationen von KeplerL2 zutreffen, wären die entscheidenden Chipdesigns beider Konsolen bereits weit genug fortgeschritten, um mit der eigentlichen Fertigung und Validierung fortzufahren.
Die genannten 40 TFLOPS für die PlayStation 6 beziehungsweise 56 TFLOPS für Project Helix liefern dabei zwar einen ersten Anhaltspunkt, dürften aber nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Leistungsunterschiede abbilden. Besonders Raytracing, KI-Beschleunigung, Upscaling und die Effizienz der neuen AMD-Architektur könnten für die kommende Konsolengeneration entscheidender werden als reine TFLOPS-Werte.
Ob Sony und Microsoft ihre neuen Systeme tatsächlich bereits Ende 2027 auf den Markt bringen, bleibt trotzdem abzuwarten. Bislang hat keiner der beiden Hersteller einen konkreten Veröffentlichungstermin für seine nächste Konsolengeneration genannt.
Die Entwicklung scheint zumindest nach den aktuellen Insiderinformationen weiter voranzuschreiten – und der Kampf um die leistungsstärkste Next-Gen-Konsole dürfte damit schon lange vor dem eigentlichen Marktstart begonnen haben.
Quelle: Pressemeldung

