Rund drei Jahre nach Tom Clancy’s The Division hat das Warten ein Ende, denn der mit Sehnsucht erwartete Nachfolger ist nun seit einigen Tagen in den hiesigen Händlerregalen und in digitalen Stores zu finden. Wir haben uns Tom Clancy’s The Division 2 für euch natürlich ein wenig genauer angesehen und einen kleinen virtuellen Abstecher nach Washington DC gemacht.

Ein Leckerbissen für Shooter-Fans!

Tom Clancy’s The Division 2 setzt genau dort an, wo der Vorgänger endete. Ein Virus hat einen großen Teil der Zivilisation dahingerafft, die Übgriggebliebenden kämpfen nicht nur ums nackte Überleben, sondern auch um Macht sowie Einfluss. Hoffnung auf Recht und Ordnung bietet diesbezüglich einzig die Agency. Mehr muss man eigentlich nicht wissen, da Ubisoft unserer Meinung nach bei der Story leider erneut Potential verschenkt hat.

Lediglich die Division Koordinatorin Manny Ortega schickt den Spieler von Aufgabe zu Aufgabe. Man bekommt zwar im Laufe des Spiels Kontakt zu diversen anderen Charakteren, diese sind aber allesamt derart uninteressant, dass man sie schnell wieder vergessen hat, nach dem die erhaltenen Nebenmissionen erledigt sind.

Für die Story des Spiels benötigt man, je nach Spielweise, zwischen guten 20 und 40 Stunden. Langweilig wird es dabei eigentlich nie. Auch das einfache Erkunden der 1:1 nachgestellten US-Hauptstadt macht riesigen Spaß. Während man im ersten Ableger schnell mit großer Langeweile zu kämpfen hatte, da sich eine Großzahl aller Nebenmissionen sowohl ähnlich spielten als auch anfühlten, hat man es in The Division 2 geschafft, deutlich abwechslungsreichere Aufgaben und auch Schauplätze zur Verfügung zu stellen.

Tom Clancy’s The Division 2 ist ganz klar ein erstklassiger Loot-Shooter mit Rollenspiel Elementen und ein Fest für alle Fans von Koop-Titeln. Mit insgesamt bis zu vier Agenten kämpft man sich den Weg durch das wunderschön gestaltete Washington DC. Aber auch Einzelkämpfer kommen auf ihre Kosten, auch wenn der ein oder andere Kampf mit Blick auf den Schwierigkeitsgrad im Alleingang ordentlich knackig ausfällt.

Es ist den Entwicklern von Massive Entertainment auf jeden Fall gelungen, die Endzeitstimmung gekonnt einzufangen. Anteil daran hat nicht nur die dichte Atmosphäre und die wirklich gelungenen Lichteffekte, sondern auch die teilweise weitläufigen und großflächigen Kampfschauplätze sowie die erweiterte Tierwelt, die in das Spiel Einzug gehalten hat.

Neben den eigentlichen Missionen gibt es praktisch fast an jeder Ecke etwas zu entdecken, mit etwas Glück und gutem Auge warten auch diverse Loot-Kisten auf euch. Aber ihr solltet ständig auf der Hut sein, vor allem die in Folge der Krise entstandenen Fraktionen werden euch das Leben definitiv erschweren. Auch diese wollen die Macht an sich ziehen und zwar ohne Rücksicht auf Verluste. Dazu bedienen sie sich neben vielen Kontrollpunkten auch Propaganda-Sendern, die es zu erobern gilt.

Zur Verteidigung warten zahlreiche Waffen auf euch, die individuell angepasst und verbessert werden können. Auch spezielle Gadgets können freigeschaltet werden. Von der Drohne bis zur Suchmiene stehen insgesamt acht verschiedene Objekte zur Verfügung, die euch im Kampf unterstützen. Allerdings kann man leider nicht alle gleichzeitig ausrüsten. Übrigens erhaltet ihr durch den Abschluss diverser Nebenmissionen wertvolle Blaupausen. Mit den sogenannten Blaupausen lassen sich besondere Gegenstände herstellen, sofern die nötigen Rohstoffe zur Hand sind.

Die Handhabung wurde einem starken Feintuning unterzogen. Mit viel Liebe zum Detail wurde das Setting und die Menüs überarbeitet, alles ist dank der Frischzellenkur gut zu finden. Die Steuerung des Spiels ist äußerst gelungen. Nach kurzer Eingewöhnung geht diese flott von der Hand.

Mehr Spaß, mehr Multiplayer-Modi!

Auch beim Multiplayer hat man sich nicht lumpen lassen. Dieses Mal warten gleich mehrere Dark Zones auf euch sowie verschiedene Spielmodi. Es gibt ein Team Deathmatch-Modus sowie einen Modus Namens Vorherrschaft. In diesen 4-gegen-4-Runden treten die Spieler gegeneinander an, aber Vorsicht, wer anderen Agenten das Loot abnimmt kommt auf die schwarze Liste. Ubisoft nennt das den Rouge-Status. So wird man schnell zum Freiwild in der Arena.

Im Laufe der Missionen lernt man recht früh die nötigen Kontakte kennen um mittels einfacher Suche andere Agents für Missionen oder zum Erkunden der offenen Welt zu finden. Ubisoft hat an alles gedacht. Die Multiplayer-Modi machen wirklich Spaß und die Zonen sind deutlich kleiner als im ersten Teil. Kurze Wege und jede Menge Action sind garantiert.

Die ersten Raids für bis zu sechs Agenten sind übrigens bereits angekündigt. In den sicheren Unterkünften kann man zwischen zahlreichen Optionen wählen bevor man einer Sitzung beitritt. Netterweise teilen sich die Agents in den meisten Missionen das erbeutete Loot. Der Wettlauf zur Beute fällt also aus und das Augenmerk liegt voll auf Teamplay. Eigene Clans können nun ebenfalls gegründet werden. Alles Wissenswerte dazu findet ihr in dieser News.

Die Technik des Spiels

Auf der Xbox One X wird euch das Spiel in nativen 4K mit HDR Support bei 30 FPS präsentiert. Das ganze sieht absolut hervorragend aus. Auf der Standard Xbox One läuft das ganze immerhin noch mit dynamischen 1080p bei angepeilten, also leicht schwankenden, 30 FPS. Die Soundkulisse von The Division 2 kann sich ebenfalls hören lassen. Von den anfänglichen Soundbugs aus den Beta-Phasen war während unseres Aufluges nach Washington D.C. nichts mehr zu hören.

Fazit

Nach dem schwach gestarteten Vorgänger, der aber mittlerweile in einen ganz passablen Zustand gepatcht wurde, macht Massive Entertainment im Teil zwei seiner Open-World-Reihe fast alles richtig. Spielerisch hat Tom Clancy’s The Division 2 ordentlich zugelegt. Mehr Rollenspiel-Elemente, deutlich mehr Abwechslung, nicht nur enge Straßenkämpfe, sondern auch Auseinandersetzungen auf weitläufigen und offenen Terrain.

Auf der Xbox One X ist der Titel auch in Bezug auf die Grafik und den Sound ein absoluter Augen- und Ohrenschmaus. Allein die durch die verschiedenen Tageszeiten und Witterungen entstehenden Lichteffekte sorgen dafür, dass man öfter mal den Kampf vergisst, um die Spielwelt zu bewundern. Spielerisch ein absolut gelungener Mix aus Rollenspiel, Loot- und Taktik-Shooter. Derzeit einer unser Favoriten des noch jungen Jahres.

 

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gameplay
87 %
Spielumfang
90 %
Grafische Umsetzung
90 %
Sound
90 %
Multiplayer
87 %
Spielspaß
90 %

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