Nun hat die Wartezeit ein Ende gefunden, nach Metro 2033 (2010), Metro: Last Light (2013) sowie der 2014 veröffentlichten Spielesammlung Metro Redux durften wir uns endlich in die düsteren Abgründe von Metro Exodus stürzen, welches vor wenigen Tagen in unserer Redaktion eintraf. Als alte Fans der Reihe konnten wir es natürlich kaum erwarten und waren schon sehr gespannt darauf zu erfahren, ob Metro Exodus dem aktuellen Hype da draußen gerecht werden kann. 

Wir befinden uns im Jahr 2036. Ein Vierteljahrhundert nach der nuklearen Vernichtung der Welt, klammern sich einige tausend Überlebende in den Metro-Tunneln der Ruinen Moskaus an ihre Existenz. Sie haben sich gegen die vergiftete Umwelt behauptet, Mutanten bekämpft, paranormalen Horror überstanden und in den Flammen eines Bürgerkrieges gebrannt.

In Metro Exodus schlüpfen die Spieler erneut in die Rolle von Artjom, der zusammen mit einer Gruppe Spartaner Rangers auf der Suche nach einem sicheren Lebensraum außerhalb der Metro-Tunnel ist. Dabei werdet ihr euch durch die Weiten des postapokalyptischen Russlands kämpfen und mit einer alten Lokomotive, die auf den Namen „Aurora“ getauft wurde, unterwegs sein.

Das Spiel startet nach einer sehenswerten Videosequenz mit einem kurzen Blick auf ein verschneites und mit Ruinen übersätes Gebiet gleich in einem finsteren Abwasserkanal. Und schon ist sie wieder da, die düstere und beklemmende Atmosphäre, die man aus den vorherigen Ablegern kennt. Gleich von Anfang an fühlten wir uns von Metro Exodus in den Bann gezogen. Das Atemgeräusch unter der Gasmaske, der tickende Geigerzähler, die verschwommene Sicht durch ein verschmutztes Visier bei aufgesetzter Gasmaske, nach Blut lechzende Kreaturen und den eigenen virtuellen Tod ständig vor Augen, diese Atmosphäre sucht seinesgleichen. 

 

Wie spielt sich Metro Exodus?

Werfen wir einen Blick aufs Gameplay. Shooter-Fans werden sich direkt zurechtfinden, denn die Steuerung gleicht auf den ersten Blick allen anderen Shootern dieser Generation. Allerdings werdet ihr nach wenigen Minuten feststellen, Metro Exodus bietet noch eine ganze Menge mehr. Artjom kann seine Waffen nicht nur abfeuern, wechseln und nachladen, nein, ihr müsst auch zusehen, dass eure Waffen nicht dreckig werden und verschmutzen, sonst leidet die Zielgenauigkeit und ihr könntet aufgrund von Ladehemmungen Probleme im Kampf gegen die zahlreichen Kreaturen und Banditen bekommen.  

Eure Waffen verdrecken nicht nur durch die eigentliche Nutzung, auch Wasser, Matsch und andere widrige Bedingungen in der Spielwelt von Metro Exodus schaden euren Waffen. Allerdings können nicht nur eure Waffen zu Schaden kommen, auch auf eure Maske müsst ihr besonders Acht geben. Diese kann ebenfalls beschädigt werden. Zwar kann man sie wieder reparieren, zur Instandsetzung werden jedoch wertvolle und knapp bemessene Ressourcen benötigt. Bepackt mit einem großen Rucksack habt ihr immer ein umfangreiches Equipment dabei. Geigerzähler, Ladegerät, Taschenlampe, Feuerzeug, Fernglas, Kompass, Nachtsichtgerät, Messer und vieles mehr findet Platz in eurem Inventar. 

Unterwegs seid ihr in der Lage Medipacks oder andere kleine Gadgets herzustellen. Auch Munition für die zahlreichen Waffen können durch gesammelte Ressourcen hergestellt werden. Munition kann jedoch nur hergestellt werden, wenn sich eine Werkbank in eurer Näher befindet. Diese findet ihr teilweise in den jeweiligen Arealen der Spielwelt oder in eurer Lokomotive „Aurora“. 

Eure Waffen können nicht nur gesäubert und nachgeladen, sondern auch durch zahlreiche Modifikationen umgebaut werden. Aus einer anfangs kleinen 3-Schuss Pistole kann am Ende dann ein richtiges Gewehr mit einem 8-Schuss Magazin, Zielfernrohr und mehr werden. 

Auch sonst besteht Metro Exodus nicht nur aus herumlaufen, Gegner auslöschen, und das Ende des Levels erreichen. Ganz im Gegenteil, ihr fahrt mit der Lokomotive „Aurora“ durch die russische Wildnis auf der Suche nach dem perfekten Ort zum Leben. Auf dieser Reise müsst ihr gezwungenermaßen diverse Stops einlegen und findet euch in nicht-linearen Leveln wieder, die alle Jahreszeiten, von Frühling über Sommer und Herbst bis zum nuklearen Winter umfassen. 

In den jeweiligen Abschnitten erwartet euch durch einen Tag-/Nacht-Zyklus sowie ein Wettersystem jede Menge Abwechslung. Jedes Gebiet umfasst diverse Hauptaufgaben sowie einige optionale Nebenaufgaben. Wie ihr am Ende ans Ziel gelangt, liegt dabei komplett an euch. Ihr könnt die nicht-linearen Level frei begehen und komplett frei entscheiden, was ihr zuerst in Angriff nehmen möchtet. Erledigt nur die Hauptaufgaben oder schließt alle Aufgaben eines Gebietes ab, ob im Sturmlauf oder im Stealth-Modus, ihr habt die Wahl. 

Denkt jedoch daran, das Spiel merkt sich euren Spielstil. So werdet ihr nach Abschluss der wirklich tollen Geschichte ein Ende erleben, welches von eurem vorherigen Verhalten im Spiel abhängt. Und ein weiterer guter Tipp, geht sparsam mit der Munition um, denn je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad habt ihr entweder nur sehr wenig oder so gut war gar keine Munition. Ihr trefft nämlich nicht nur auf Überlebende, die möglicherweise friedlich sind oder mit wenigen Schüssen niedergestreckt werden können, nein, ihr werdet auch auf viele Kreaturen unterschiedlichster Art treffen, die leider auch teilweise im Rudel unterwegs sind und deutlich mehr als nur ein paar Patronen benötigen. 

Metro Exodus ist bekanntlich ein story-getriebenes Singleplayer-Erlebnis, welches auf eine Multiplayer-Erfahrung verzichtet. Euch erwartet eine mindestens 20 Stunden lange Story, die es immer wieder durch geschickte Wendungen schafft, dass man unbedingt weiterspielen möchte. Mehr verraten wir an dieser Stelle aber nicht zur Geschichte, denn ihr solltet sie lieber selber erleben, denn es lohnt sich wirklich. 

Grafik-Highlight oder Pixelschlacht?

Nicht nur spielerisch weiß Metro Exodus zu überzeugen, die Xbox One X-Fassung kann auch optisch auf ganzer Linie punkten. Knackscharfe und sehr kontrastreiche Darstellung auf der Xbox One X, tolle Licht-Effekte durch die HDR-Unterstützung, sehenswerte Spiegelungen im Wasser oder in Pfützen, düstere verschneite Oberflächen-Areale, finstere Untergrund-Abschnitte oder Mad Max-ähnliche Action in der Wüste mit Explosionen, Metro Exodus sieht einfach verdammt gut aus und kommt auch fast komplett ohne technische Mängel davon. Hier und da ein kleiner Einbruch der Framerate für wenige Sekunden oder ein paar verpixelte Texturen sind auch schon alles, worüber wir meckern könnten, sofern man das Haar in der Suppe sucht.

Die Dolby Atmos-Tonspur versetzt in Angst und Schrecken 

Im Bereich des Sounds verhält es sich ähnlich wie bei der Grafik. Wir haben das Spiel in Dolby Atmos genossen und Metro Exodus ist ein weiteres Beispiel dafür, dass es deutlich mehr Titel mit Dolby Atmos-Unterstützung geben sollte. Die Sound-Effekte sind super abgemischt. Schleicht man zum Beispiel durch einen finsteren Untergrund-Abschnitt, hört man es aus allen Ecken Klappern, Stimmen weit entfernter Gegner werden wahrgenommen, das Jaulen einer Kreatur, den pfeifenden Wind, soundtechnisch ist immer etwas um einen herum los und man weiß teilweise nicht, in welche Richtung man zuerst schauen soll. 

Allerdings finden wir auch hier einen kleinen Kritikpunkt und zwar die Synchronisation. Diese ist unserer Meinung nach nur teilweise gelungen. Während die Synchronisation bei manchen Charaktern absolut passend und stimmig ist, denkt man wiederum bei anderen, dass es so gar nicht passt. Zudem passierte es immer wieder, dass während einer Einsatzbesprechung auf einmal ein anderer Charakter anfängt eine Geschichte zu erzählen und mehrere Personen gleichzeitig reden, was zur Folge hat, dass man leider nicht immer versteht, was der Kommandant Miller von einem möchte. Da hilft nur der Untertitel. Zudem ist es abermals gewöhnungsbedürftig, dass unser Charakter Artjom nicht spricht und dementsprechend keine Antworten gibt. 

Fazit

Wir haben uns seit dem ersten Trailer im Jahr 2017 wirklich sehr auf diesen Titel gefreut. Eine zu große Vorfreude kann bekanntlich dazu führen, dass man am Ende über das finale Produkt enttäuscht ist. Bezüglich des Shooters Metro Exodus von Entwickler 4A Games war dies zum Glück nicht der Fall. Das gesamte Paket stimmt einfach, Metro Exodus stellt definitiv einen würdigen Abschluss der Trilogie dar. Die Story sowie die Charaktere sind wirklich gelungen und mit mindestens 20 Stunden reiner Spielzeit wird einem so schnell nicht langweilig. Auch der Schritt der Entwickler, dass man in Metro Exodus von den gänzlich linearen Leveln Abstand nimmt und große frei begehbare Areale bietet, die überwiegend an der Oberfläche angesiedelt sind, war für uns ein mutiger aber letztendlich goldrichtiger Schritt. 

Bis auf minimale Framerate-Einbrüche und einer nicht komplett überzeugenden Synchronisation stimmt so ziemlich alles bei Metro Exodus. Die unheimlich dichte Atmosphäre, die musikalische Untermalung sowie die Soundeffekte, das Crafting-System, die Bombast-Optik auf der Xbox One X dank HDR-Unterstützung und 4K-Auflösung sollte jeden Shooter-Fan aufhorchen lassen, denn der Titel ist definitiv nicht nur für Anhänger der Metro-Reihe ein Muss. 

Wer nur im geringsten mit dem Genre Shooter verbunden ist, sollte Metro Exodus unbedingt gespielt haben. Auch Spieler, die noch gar nicht mit der Metro-Reihe in Berührung gekommen sind, könnten zwar direkt mit Metro Exodus einsteigen, aber wir empfehlen euch in diesem Fall, auch die ersten beiden Ableger zu spielen. Metro Exodus ist das erste wirkliche und verdiente Spiele-Highlight im noch jungen Jahr. Der Shooter wird mit Sicherheit auch am Ende des Jahres noch zu den besten Titeln im Jahr 2019 zählen.

 

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gameplay
87 %
Spielumfang
89 %
Grafische Umsetzung
90 %
Sound
88 %
Spielspaß
91 %

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