Seit dem Jahr 2014 präsentiert uns Microsoft fast zu jeder Gelegenheit Crackdown 3 als Beispiel, wenn es um cloudberechnete Zerstörungen in einem Videospiel geht. Lange Zeit galt der Titel als Hoffnungsträger für die Power der Cloud-Technologie. Entsprechend groß waren auch die Erwartungen nach nunmehr 5 Jahren voller Anpreisungen und Verschiebungen.

Worum geht es in Crackdown 3?

Niemand erwartet von einem reinem Actionspiel tatsächlich eine preisverdächtige Hintergrundgeschichte, dementsprechend flach kommt leider auch Crackdown 3 daher. Nach einem terroristischen Angriff, bei dem die Stromversorgung der ganzen Welt lahmgelegt wurde, wird eine ganz spezielle Einheit benötigt, um den bösen Aktivitäten von TerraNova Einhalt zu Gebieten. TerraNova heißt die Organisation der Bösewichter, die von der Anführerin Elizabeth Niemand gesteuert wird.

Klingt erstmal gar nicht so schlecht und uninteressant, entpuppt sich aber ziemlich schnell als stures niederschießen von Gegnern. Die Feinde können höchstens aufgrund ihrer enormen Überzahl zur Herausforderung werden. Auch wenn es viele verschiedene Aufgaben in der recht großen Welt von Crackdown 3 gibt, ähneln sich diese jedoch schon nach kurzer Zeit viel zu sehr.

Hier einen Anführer erledigen, dort ein Depot sprengen, es läuft meistens auf dieselben Aktivitäten heraus. In einer offenen Welt könnte man schon ein wenig mehr erwarten, denn Entwicklungszeit hatten die Verantwortlichen mehr als genug. Die Konkurrenz zeigt diesbezüglich, wie man es deutlich besser macht.

Ein Actioner mit Schwächen 

Wer mit den inhaltlichen Schwächen der Story leben kann, die zwischen 10 und 15 Stunden an die heimischen Bildschirme fesselt, darf sich auf Unmengen von Gegnern und einer Vielzahl von Waffen freuen. Maschinenpistolen, Mini-Guns oder Raketenwerfer, alles ist vorhanden. Sollte einmal nichts zum schießen zur Hand ist, kann man auch versuchen, allerlei Gegenstände als Wurfgeschosse zu verwenden. Die Jagd nach den grünen Sammelsymbolen macht wirklich Spaß und birgt Suchtpotential.

Trotzdem will sich nicht der rechte Spielspaß einstellen. Zu wenig hat sich seit den Vorgängern am Spiel getan. Wo andere Spiele mit Interaktionen der beteiligten NPC’s aufwarten, beschränkt sich Crackdown 3 auf das reine Ballern. Zu schnell werden die Missionen in unseren Augen eintönig.

Der Multiplayer-Modus, der auf den Namen „Wrecking Zone“ hört, konnte uns leider auch nicht wirklich überzeugen. Wenn Crackdown 3 der Maßstab für Cloud berechnete Zerstörung einer Spielwelt sein soll, dann stellt sich die Frage, wie viel wir in Zukunft noch von dieser Technologie erwarten können. Zwar kann man in der Spielwelt wirklich alles sprengen und zerlegen, aber spektakulär sieht das Ganze nicht aus. Lediglich der Koop-Modus, in dem ihr zusammen mit einem Freund New Providence von den Verbrechern säubert, lässt ein wenig Spaß aufkommen.

Grafik und Sound

Das Spiel bleibt optisch seinen Vorgängern treu. Man bekommt eine grelle neonfarbende Welt in 4K und mit HDR-Unterstützung präsentiert. Sieht nett aber nicht überwältigend aus. Trotz des bunten Comic-Stils wirkt die Welt sehr statisch.

Das Ganze läuft flüssig über den Bildschirm, nur hätten wir uns mehr Vielfalt bei den Gegnern gewünscht. Diese sehen alle ziemlich identisch aus und unterscheiden sich lediglich in ihrer Spielstärke.

Soundtechnisch revolutioniert Crackdown 3 das Action-Genre ebenfalls nicht. Explosionen, Fahrzeuggeräusche und Stimmen der Stadtbewohner klingen gut abgemischt, mehr aber auch nicht. Über weite Teile hat man den Eindruck, dass Crackdown 3 nur einen Schatten seiner Vorgänger darstellt und bei der Suche nach dem Spielspaß in den Weiten der Datenwolke verschollen ist.

Fazit:

Mit Crackdown 3 liefert Microsoft wahrlich kein Meisterwerk ab. Das Spiel konnte uns leider nicht überzeugen und stellt bestenfalls nur Mittelmaß dar. Weder die Kampagne noch die „Wrecking Zone“ haben das Zeug zum Hit. Nach Jahren der Entwicklung und vollmundigen Versprechungen ist das Ergebnis eher ernüchternd, vor allem mit Blick auf die vermeintliche „Cloud-Power“.

Für den kleinen Spaß zwischendurch kann Crackdown 3 jedoch allemal herhalten. Auch die Tatsache, dass die Entwickler versäumt haben zum Release einen Lobby-Support für den Multiplayer-Part mit einzubauen und diesen erst per Update nachreichen müssen, sorgte bei uns für ein Stirnrunzeln. Das einzig positive an Crackdown 3 ist, dass das Spiel zum Release zum Xbox Game Pass gehört.

 

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gameplay
69 %
Spielumfang
70 %
Grafische Umsetzung
72 %
Sound
70 %
Multiplayer
65 %
Spielspaß
68 %

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