Review: Das kabellose Gaming-Headset Astro A50 Gen 4 bei uns im Test

Die Meinungen über Gaming-Headsets gehen bekanntlich weit auseinander. Die einen stellen die speziell auf das Gaming zugeschnittenen Kopfhörer generell in Frage, die anderen schwören darauf. Dann stellt sich natürlich noch die Frage, ob es denn wirklich Unterschiede zwischen 50€, 100€ oder gar 250€ teuren Geräten gibt. Wie man nun persönlich zu diesen Fragen steht, bleibt jedem selbst überlassen. Wir jedenfalls haben uns das kabellose Astro A50 Gaming Headset für die Xbox One genauer angesehen. Mit aktuell 249€ spielt es ohne Zweifel in der Liga der Premium-Headsets.

Geliefert wurde das Gerät in einer elegant wirkenden Verpackung. Neben der Hardware finden wir noch eine deutschsprachige Anleitung und, um alle Vorzüge des Astro nutzen zu können, einen Code zur zweijährigen Dolby Atmos-Aktivierung an der Xbox. Leider verzichtet die Firma Astro Gaming nicht auf Kunststoff im Karton. Das Headset findet sich gut umhüllt in jeder Menge Plastik wieder. Nicht zeitgemäß, wie wir finden. Aber kommen wir zum Wesentlichen.

Das Headset
Understatement gehört bei Astro nicht zum Programm. Das A50 samt Basisstation kommt wuchtig, aber nicht aufdringlich, daher. Bezogen auf die Details unterscheidet es sich von seinen Konkurrenten und versucht in manchen Punkten andere Wege zu gehen. So wird zur Anpassung der Größe nicht etwa der Kopfbügel verschoben, sondern man verstellt die Ohrmuscheln über je einen Metallstab, welcher am Bügel befestigt ist. Vorteil dieser Lösung ist ein gleichmäßig verteilter Druck des Headsets am Kopf. Das verleiht dem Gerät ein sehr gutes Sitzgefühl.

Ansonsten besticht das A50 durch eine zeitlose Eleganz. Auf der linken Seite befindet sich das hochklappbare Mikrofon. An der rechten Ohrmuschel sind die Bedienelemente angebracht. Da hätten wir neben dem Ein- und Ausschalter noch einen Lautstärkeregler, einen Umschalter für den Dolby-Modus sowie eine Wahltaste für die drei möglichen Soundmodi. Um die Balance zwischen Chat und Spieleton zu regeln, bedient man einen Wippschalter an der rechten Ohrmuschel.

Ganz besonders positiv fiel uns der verbaute Bewegungssensor auf. Legt man das Headset ab, so schaltet sich dieses automatisch ab. Beim aufsetzen verbindet es sich völlig ohne unser dazutun wieder mit der Basisstation. Das ist praktisch und spart Energie. Mit einer Akkuladung kann man übrigens bis zu 15 Stunden am Stück spielen. Völlig ausreichend, wie wir finden. Wem das nicht reicht, der kann während des Betriebs das Gerät mittels Micro-USB Anschluss aufladen. Typisch für Astro, man kann das Headset mittels Mod-Kit in ein geschlossenes System umwandeln. Hierfür werden dann nochmal gut 30€ fällig.

Die Basisstation
Um das Astro A50 an der Konsole zu betreiben, ist der Anschluss einer Basisstation erforderlich. Diese stellt nicht nur die Funkverbindung zum Kopfhörer her, sondern beinhaltet auch die Ladestation für das Headset. In der Station verbaut ist eine USB-Soundkarte um Spielsound und Chat optimal mischen zu können. An der Vorderseite befindet sich eine optische Anzeige für den Sound-Modi, eine Verbindungsanzeige sowie die Darstellung in welchem Dolby-Modus sich das Gerät befindet. Ganz wichtig für den Betrieb ist, dass sich der Benutzer darüber im Klaren ist, ob er den Dolby-Modus des Astro A50 nutzen möchte oder lieber Dolby Atmos der Xbox. Letzteres ist aufgrund des 3D Audio zu empfehlen. Sind beide Modi aktiviert, ergibt sich ein ziemliches Durcheinander.

Auf der Rückseite gibt sich die Basisstation sehr anschlussfreudig. An der Rückseite findet sich ein optischer Ein- sowie Ausgang, ein AUX-Eingang/Mikrofon-Ausgang (TRRS 3,5 mm), ein USB-Anschluss, welcher die Stromversorgung von der Konsole aus sicherstellt sowie den Chat-Sound übertragt und ein Micro-USB Anschluss. Der einzige Schalter dient dem Umschalten zwischen Xbox und PC-Modus. Eine Bluetooth-Funktion sucht man allerdings vergeblich.

Technische Daten Headset
• Mikrofon: 6,0 mm unidirektional geräuschunterdrückend
• Lautsprecher: 40-mm-Neodym-Magnet
• Kabellos: Bis zu 10 m
• Akkulaufzeit: ca. 15 Stunden
• Funkfrequenzbereich: 2,4GHz
• Akkutyp: Lithium-Polymer, Einzelzellen-Akku
• Wandlerprinzip: Open Air
• Frequenzbereich: 20Hz – 20.000Hz
• Typischer Schalldruckpegel: 118 dB @ 1 kHz
• Gewicht 380g

Technische Daten Basisstation
• Netzteil: USB Mikro-B (USB-2.0-kompatibel)
• Kabellos: Bis zu 10 m
• Eingänge und Ausgänge: optischer Durchlauf, USB-Netzteil und -Soundkarte, USB-Auflade-Eingang, AUX-Eingang/Mikrofon-Ausgang (TRRS 3,5 mm)
• Gewicht (ohne Kabel) 318 g
• Abmessungen: 21,6 cm/10,8 cm/2,9 cm

Selbstverständlich unterstützt das Gerät Dolby Atmos über die entsprechende App und Windows Sonic Sound.

Die Inbetriebnahme
Bevor es losgehen kann sollte das Headset mit einem PC/MAC verbunden werden um über das Astro Command Center die Firmware zu aktualisieren. Der eigentliche Anschluss an die Xbox ist denkbar einfach. Wahlschalter an der Basis auf Xbox stellen, optisches Kabel mit der Konsole verbinden sowie eine USB-Verbindung herstellen. Fertig! An der Xbox selbst wird unter den Audio Einstellungen lediglich die Funktion „Audio über optischen Anschluss“ aktiviert und der Spaß kann beginnen. Für den vollen Audiogenuss liegt dem Gerät der bereits erwähnte Code für 2 Jahre Dolby Atmos bei.

Nach dem erfolgreichen Anschluss installiert auch die Xbox das Astro Command Center auf eurer Konsole. Hier könnt ihr sämtliche nötigen Einstellungen tätigen. Angefangen bei dem Equalizer. Insgesamt lassen sich drei Profile speichern und durchschalten. Diese Profile können aus den voreingestellten Modi gewählt werden oder auch selbst konfiguriert sein. Zudem lassen sich die Einstellungen auch als Datei abspeichern. Selbiges gilt auch für das Mikrofon. Neben verschiedenen Aufnahmeeinstellungen lässt sich hier auch das Mic-Monitoring regeln. Feine Sache, dass es die Software auch für die Konsole gibt.

Die Praxis
Mein lieber Mann…was Astro da gebaut hat, verdient den Namen Premium Headset. Den Spieler erwartet ohne Übertreibung ein Audiophiles Erlebnis der Extraklasse! Die Höhen werden klar wiedergegeben und der Bass ist im Vergleich nicht zu mächtig. Mit der integrierten USB-Soundkarte im Zusammenspiel mit der Software lässt sich das Klangverhältnis auch noch nach eigenen Wünschen anpassen. Mehr kann man sich nicht wünschen.

Getestet haben wir das Headset mit verschiedenen Spielen, angefangen bei Call of Duty bis hin zu Forza Motorsport. Das Sounderlebnis ist einfach gigantisch. Jedes noch so feine Detail ist hörbar und die räumliche Ortung hervorragend.

Auch beim Mikrofon ist man keinerlei Kompromisse eingegangen. Die Stimme wird klar und ohne Verzögerung übertragen. Auch die Nebengeräusche werden, je nach getätigter Einstellung, sauber gefiltert. Durch den Flip-Mechanismus ist das Stummschalten mit einer Handbewegung erledigt.

Dank der Umstellung auf eine 2,4Ghz Frequenz für die Übertragung zwischen Headset und Basisstation ist die Verbindung nicht nur stabil, sondern mit gut 10 Metern Reichweite auch vollkommen praxistauglich. Selbst durch Wände funkt das Asto A50 zuverlässig. Die Basisstation zeigt alle wichtigen Informationen per LED an. Das Auflegen des Headsets zum Laden in die Schalen der Basis ist ebenfalls verbessert worden und lange nicht mehr so fummelig wie bei vorherigen 3. Generation.

Fazit:
Mit dem A50 liefert Astro ein Headset der Spitzenklasse ab. Ob es den stolzen Preis von 249,-Euro wert ist? Nun, wir meinen ja. Der abgelieferte Sound taugt nicht nur zum Spielen, auch bei Filmen oder Musik macht das A50 eine hervorragende Figur. Jeder Umsteiger von einem Gerät der unteren Preisschichten wird ein regelrecht akustisches Wunder erleben. Technik und Design sind stimmig und auch die Software lässt sich, zumindest am PC, gut bedienen.

An der Xbox ist das Command Center gewöhnungsbedürftig, erfüllt aber seine Aufgaben. Wer keine Lust darauf hat sich mit den Einstellungen am Equalizer zu beschäftigen, der sei beruhigt, denn bereits die Voreingestellten Sound-Modi liefern ein phänomenales Ergebnis.

Eine klare Kaufempfehlung von unserer Seite also. Lohnt sich aber der Umstieg von der Generation 3? Nur bedingt. Das Astro A50 Gen 4 ist praktisch das perfekte kabellose Headset. Die Unterschiede zur Gen 3 sind allerdings zu gering und rechtfertigen keinen Umstieg.

Zusammenfassung:
• Erstklassige Verarbeitung
• Anpassbar dank Mod-Kit
• Orchestrales Sounderlebnis
• Veränderte Funkübertragung für stabilere Verbindungen
• Astro Command Center Software auch für die Xbox
• Hochleistungs Mikrofon für erstklassige Kommunikation
• Dolby Atmos Code für 2 Jahre enthalten
• 15 Stunden Akkulaufzeit
• Kein Bluetooth

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