PHYSINT: Xbox zahlt offenbar nur einen Bruchteil der angeblichen 400 Millionen Dollar

Rund um PHYSINT und den überraschenden Wechsel von PlayStation zu Xbox kursieren derzeit zahlreiche Berichte und Gerüchte. Besonders eine Zahl sorgte zuletzt für Aufsehen: Angeblich soll Microsoft für das neue Action-Spionage-Spiel von Hideo Kojima und Kojima Productions ein Budget von rund 400 Millionen US-Dollar bereitstellen. Neue Informationen widersprechen dieser Darstellung nun jedoch deutlich.

Demnach soll Xbox für PHYSINT tatsächlich nur einen Bruchteil der zuletzt genannten 400 Millionen Dollar investieren. Gleich mehrere gut vernetzte Journalisten widersprechen mittlerweile der ursprünglich genannten Summe.

Xbox soll PHYSINT deutlich günstiger bekommen haben

Die Summe von 400 Millionen US-Dollar wurde ursprünglich von Chris Dring von The Game Business ins Spiel gebracht. Bloomberg-Journalist Jason Schreier reagierte anschließend allerdings zurückhaltend auf diese Zahl.

Schreier erklärte, dass er sich ohne entsprechende Dokumente und eine Bestätigung durch mehrere direkte Quellen nicht auf konkrete Zahlen festlegen wolle. Allerdings habe ihm eine Person bei Xbox mit unmittelbarer Kenntnis des Deals mitgeteilt, dass Microsoft PHYSINT für deutlich weniger als die genannten 400 Millionen Dollar unter Vertrag genommen habe.

Auch Windows Central widerspricht der 400-Millionen-Dollar-Summe

Unterstützung erhält diese Darstellung von Windows-Central-Journalist Jez Corden. Nach eigenen Angaben sprach auch er mit Quellen, die direkte Kenntnisse über die entsprechenden Verträge besitzen.

Demnach liege der tatsächliche finanzielle Rahmen für PHYSINT bei Xbox weit unter den derzeit kursierenden 400 Millionen Dollar. Corden bezeichnet den Xbox-Deal sogar als lediglich einen „Bruchteil“ dieser Summe.

Interessant ist dabei eine weitere mögliche Erklärung für die ursprüngliche Zahl: Die rund 400 Millionen Dollar könnten sich laut Corden möglicherweise darauf bezogen haben, welche Gesamtkosten auf Sony und PlayStation zugekommen wären, wenn das Unternehmen das Projekt wie ursprünglich geplant weiter finanziert und veröffentlicht hätte.

Xbox-Deal soll mehr als nur PHYSINT umfassen

Der neue Deal zwischen Xbox und Kojima Productions scheint zudem umfangreicher zu sein als zunächst angenommen. Den aktuellen Berichten zufolge soll sich Microsoft nicht ausschließlich Rechte rund um das Spiel selbst gesichert haben.

 

Der Vertrag soll auch Film- und TV-Rechte rund um PHYSINT umfassen. Darüber hinaus sollen im Zuge der Verhandlungen auch die Bedingungen für Kojima Productions‘ weiteres Xbox-Projekt OD verbessert worden sein.

Welche konkreten Änderungen bei OD vereinbart wurden, ist derzeit allerdings nicht bekannt.

Die Geschichte hinter PHYSINT wird immer interessanter

Damit bekommt der Wechsel von PHYSINT zu Xbox eine weitere interessante Wendung. Ursprünglich war das Action-Spionage-Spiel als Zusammenarbeit zwischen Kojima Productions und PlayStation angekündigt worden. Sony zog sich jedoch später aus dem Projekt zurück.

Berichten zufolge spielten dabei unter anderem die hohen Entwicklungskosten, verpasste interne Meilensteine sowie die noch weit entfernte Veröffentlichung eine Rolle. Kojima Productions hatte einige dieser Darstellungen anschließend relativiert und Fans dazu aufgefordert, entsprechende Berichte mit einer gewissen Skepsis zu betrachten.

Wie wir bereits berichtet haben, übernahm schließlich Xbox die Veröffentlichung von PHYSINT. Damit erhält Microsoft ausgerechnet jenes Projekt, mit dem Hideo Kojima nach Metal Gear Solid wieder in das von ihm maßgeblich geprägte Spionage-Genre zurückkehren möchte.

PHYSINT befindet sich noch in einer frühen Phase

Trotz der zahlreichen Berichte rund um Finanzierung und Plattformen befindet sich PHYSINT weiterhin in einer vergleichsweise frühen Entwicklungsphase. Eine Veröffentlichung ist offenbar noch mehrere Jahre entfernt.

Selbst grundlegende technische Entscheidungen sind bislang noch nicht endgültig getroffen worden. Hideo Kojima hatte zuletzt beispielsweise erklärt, dass noch nicht endgültig feststehe, welche Engine für das Projekt verwendet wird.

Auch eine mögliche spätere PlayStation-Version ist derzeit nicht vollständig ausgeschlossen. Fest steht momentan lediglich, dass Xbox als neuer Publishing-Partner hinter PHYSINT steht.

400 Millionen Dollar offenbar deutlich zu hoch angesetzt

Die zuletzt kursierende Summe von 400 Millionen US-Dollar sollte daher aktuell mit großer Vorsicht betrachtet werden. Sowohl Jason Schreier als auch Jez Corden berufen sich auf Personen mit direkter Kenntnis des Xbox-Deals und sprechen von einem erheblich niedrigeren Betrag.

Wie hoch Microsoft tatsächlich in PHYSINT investiert, bleibt allerdings weiterhin unbekannt. Solange weder Xbox noch Kojima Productions konkrete Zahlen nennen, handelt es sich bei sämtlichen Angaben zum Budget weiterhin um unbestätigte Informationen und Gerüchte.

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